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Enerige & Management > Österreich - E-Wirtschaft diskutiert Netzstörung
Bild: Fotolia.com, YuI
ÖSTERREICH:
E-Wirtschaft diskutiert Netzstörung
Voraussichtlich am 25. Januar präsentiert der Übertragungsnetzbetreiber APG dem E-Wirtschaftsverband Oesterreichs Energie eine Analyse der Störung im Stromnetz am Freitag, 8. Januar.
 
Das Präsidium von Oesterreichs Energie diskutiert voraussichtlich am 25. Januar eine Analyse des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG) zur Netzstörung am 8. Januar. Das berichtete Michael Strugl, der Präsident des Elektrizitätswirtschaftsverbands, der seit 1. Januar auch Generaldirektor des APG-Mutterkonzerns Verbund ist.

Laut Strugl zeigte die Störung, „dass die Sicherheitsvorkehrungen schnell und zuverlässig wirken, aber auch, dass es Versorgungssicherheit nicht zum Nulltarif gibt. Weitere erhebliche Investitionen in den nationalen und europäischen Netzausbau, in Speicherkapazitäten, systemische Kraftwerkskapazitäten und weitere Flexibilitätsoptionen für den Krisenfall sind unabdingbar“.

Nur Dank der Verfügbarkeit ausreichender Kraftwerksreserven und Netzkapazitäten sowie der Zusammenarbeit der europäischen E-Wirtschaft sei es möglich gewesen, die Krise binnen etwas mehr als einer Stunde zu bewältigen. Kritik übte Strugl in diesem Zusammanhang an der EU-rechtlichen Verpflichtung der Übertragungsnetzbetreiber, 70 % der Kapazität auf den grenzüberschreitenden Leitungen für den internationalen Stromhandel vorzuhalten. Dies sei gerade im Hinblick auf kritische Netzsituationen problematisch.

Netz Niederösterreich will Runden Tisch

Werner Hengst, der Geschäftsführer des Verteilernetzbetreibers Netz Niederösterreich, forderte am 12. Januar die Einberufung eines Runden Tisches, um die Blackout-Vorsorge in Österreich weiter zu verbessern. Laut Hengst treten immer häufiger Probleme beim Management der Übertragungs- und Verteilernetze auf. Im vergangenen Jahr hätten deren Betreiber in Österreich „einige hundert Male“ eingreifen müssen, um Krisen zu bewältigen.

„Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird sich die Situation weiter verschärfen“, warnte Hengst. Die Stromerzeugung von Windparks und Photovoltaikanlagen erfolge witterungsabhängig und könne daher stark schwanken. Hinzu komme, dass in großem Ausmaß gesicherte Kraftwerkskapazitäten abgeschaltet würden: „Allein in Deutschland gehen in den kommenden Jahren rund 50.000 MW vom Netz.“ Es sei daher dringend notwendig, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit zu setzen.

Wie berichtet, war am 8. Januar um 14.05 Uhr die Netzfrequenz plötzlich von 50 Hertz auf bis zu 49,74 Hertz gefallen. Teile des südosteuropäischen Übertragungsnetzes mussten zeitweilig vom übrigen europäischen Netz abgekoppelt werden. Erst nach rund eineinhalb Stunden herrschte wieder im Normalbetrieb.
 

Klaus Fischer
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Mittwoch, 13.01.2021, 14:16 Uhr

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