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Eine Analyse von Agora Verkehrswende und GIZ zeigt, dass der Autoverkehr in den G20 Ländern weiter wächst. Allerdings verringert Elektromobilität den Anstieg der CO2-Emissionen.
Die CO2-Emissionen aus dem Verkehr sind in den Staaten der Gruppe der 20 (G20) seit 2015 um vier Prozent gestiegen. Laut einer Analyse der Berliner Denkfabrik Agora Verkehrswende und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fällt dieser Anstieg deutlich geringer aus als in den Jahrzehnten zuvor. Parallel dazu wuchs die Wirtschaftsleistung der G20-Staaten weiter. Die Entwicklung deutet nach Einschätzung von Agora Verkehrswende darauf hin, dass sich wirtschaftliches Wachstum und Emissionen im Verkehrssektor teilweise entkoppeln.
Als wesentlichen Treiber nennt die Organisation die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs. Seit 2015 entfielen 96 Prozent des weltweiten Wachstums der Elektromobilität auf die G20-Staaten. Die Zahl der Elektroautos stieg im selben Zeitraum global von rund 730.000 auf etwa 39 Millionen Fahrzeuge. Nahezu alle G20-Länder haben laut Analyse Ausbauziele für Elektromobilität formuliert und entsprechende Fördermaßnahmen eingeführt. Dazu zählen unter anderem Kaufprämien, steuerliche Vorteile sowie reduzierte Einfuhrzölle.
Mehr erneuerbarer Strom im VerkehrZeitgleich haben die Staaten den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung erhöht. Das verstärkt nach Einschätzung der Autoren den klimapolitischen Effekt der Elektromobilität, da emissionsärmer erzeugter Strom den Betrieb von Elektrofahrzeugen sauberer macht. Einige Länder priorisieren zudem Elektrofahrzeuge bei der Beschaffung öffentlicher Fuhrparks oder unterstützen gezielt den Aufbau lokaler Produktionskapazitäten.
Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, verweist auf die geopolitische Dimension der Entwicklung. Die Abkehr von fossilen Energieträgern könne die Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren und damit Risiken für Kosten und Versorgungssicherheit verringern. „Der Markthochlauf der Elektromobilität muss weiter beschleunigt werden“, appellierte er an Politik und Wirtschaft. Unsicherheiten bei politischen Rahmenbedingungen könnten die Investitionsbereitschaft von Unternehmen beeinträchtigen.
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Entwicklung deutscher Emissionen im Verkehrssektor. (Für Vollbild auf die Grafik klicken) Quelle: Agora Verkehrswende |
Autoboom ungebrochenTrotz der Fortschritte bei der Elektrifizierung wächst der motorisierte Individualverkehr in vielen G20-Staaten weiter. In den meisten Ländern werden mehr als 80 Prozent der Personenfahrten mit dem Auto zurückgelegt. Nur in Japan und China spielt der Schienenverkehr aufgrund umfangreicher Hochgeschwindigkeitsnetze eine größere Rolle. Insgesamt steigt in den meisten G20-Staaten die Zahl der Pkw im Verhältnis zur Bevölkerung weiter an.
Der Ausbau alternativer Verkehrsträger kann mit dieser Entwicklung bisher nicht Schritt halten. Laut der Analyse betrifft das vorallem Busse, Bahnen und Wasserstraßen. Die Autoren sehen daher zusätzlichen politischen Handlungsbedarf. Neben der Förderung von Elektrofahrzeugen sei auch der Ausbau effizienterer Verkehrssysteme notwendig, um Emissionen im Verkehrssektor weiter zu senken.
Die G20 umfasst große Industrie- und Schwellenländer sowie die Europäische Union und steht laut Analyse für rund 79 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, etwa zwei Drittel der weltweiten CO2-Emissionen und 61 Prozent der Weltbevölkerung. Seit 2023 gehört auch die Afrikanische Union dazu, deren Verkehrs- und Emissionsdaten laut Agora Verkehrswende zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden sollen.
Die
G20-Analyse „Towards Decarbonising Transport 2026“ steht in englischer Sprache im Internet bereit.
Donnerstag, 26.03.2026, 15:15 Uhr
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