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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - E-Autos gemeinsam mit Erneuerbaren-Ausbau denken
Bild: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
E-Autos gemeinsam mit Erneuerbaren-Ausbau denken
Für Aufsehen hat jüngst ein Papier gesorgt, wonach die CO2-Emissionen von E-Autos viel höher seien als angenommen. In einem Blogbeitrag des Öko-Instituts wird es gründlich widerlegt.
 
Ausgelöst hatte die Debatte ein Positionspapier  der in Gründung befindlichen International Scientific Association of Sustainable Drivetrain and Vehicle Technology Research (IASTEC). Dieses hatten 171 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterzeichnet.

Die Forschenden rechnen laut Medienberichten vor, dass VWs Kompaktelektroauto ID.3 in seinem Lebenszyklus (15 Jahre, 220.000 km) nach der „korrekten“ Berechnung anstatt 14 Tonnen tatsächlich rund 30 Tonnen CO2 im Betrieb durch das Stromnetz verursachen wird. Grund für die Differenz zu den offiziellen Angaben: Der Strombedarf in Deutschland werde bis 2030 zulegen. In 6.000 von 8.760 Stunden im Jahr werde es daher neben Ökostrom auch mehr Strom aus fossilen Kraftwerken brauchen.

Für das Öko-Institut kommentiert Peter Kasten, Senior Researcher im Institutsbereich Ressourcen & Mobilität, das angebliche "Elektro-Gate": Demzufolge haben die 171 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die vor allem aus der Fahrzeug- und Verbrennungstechnik stammen und somit eher fachfremd in der Energiesystemanalyse seien, schlicht eine Bilanzierungsmethode für CO2-Emissionen gewählt, die für das Stromsystem und einen Vergleich zwischen Antriebsoptionen nicht geeignet sei.

Dabei wurde ein Stromsystem ohne Anpassung der Erzeugungskapazitäten einmal mit Elektromobilität und einmal ohne diese als Nachfrager verglichen und die zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen wurden der Elektromobilität zugerechnet. 

Kasten verweist stattdessen auf drei wesentliche Punkte, die für eine sachliche Beurteilung im Kontext gesehen werden müssten: "Einerseits erhöhen sich die CO2-Emissionen des Gesamtsystems der Stromerzeugung, wenn die Stromnachfrage der Elektrofahrzeuge einem bestehenden Stromsystem hinzugefügt wird und keine zusätzlichen erneuerbaren Kapazitäten im gleichen System bereitgestellt werden." Das bedeute im Umkehrschluss aber auch: "Mit der Elektromobilität können die CO2-Emissionen im Verkehr stark verringert werden. Dazu muss der Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsystem aber nach oben angepasst werden." Als dritter Faktor helfe ein Lademanagement dabei, die entstehenden CO2-Emissionen und den Bedarf an zusätzlichen EE-Kapazitäten zu reduzieren.

Der ausführliche Blogbeitrag Nach „Diesel-Gate“ jetzt „Elektro-Gate“?  ist auf der Webseite des Öko-Instituts zu finden.
 
 

Peter Koller
Redakteur
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Freitag, 02.07.2021, 13:36 Uhr

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