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Enerige & Management > Politik - Dynamische EEG-Umlage auf dem Prüfstand
Bild: Fotolia.com, oqopo
POLITIK:
Dynamische EEG-Umlage auf dem Prüfstand
BET und Frontier Economics haben Alternativen zur statischen Berechnung der EEG-Umlage beleuchtet. Eine dynamische EEG-Umlage könnte mehr Flexibilität auf der Nachfrageseite anreizen.
 
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat die BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH in Aachen und die Berater von Frontier Economics Ltd. beauftragt, die Wirkung einer Dynamisierung der EEG-Umlage zu untersuchen. Unter den derzeitigen Vorgaben wird die EEG-Umlage „statisch“ für ein Jahr im voraus festgelegt, bei der Studie sollten Alternativen für Unternehmen mit einem Verbrauch von mehr als 100 000 kWh Strom im Jahr beleuchtet werden. Eine dynamische Berechnung bedeutet, dass die Höhe der Umlage multiplikativ an einen stündlichen Großhandelspreis gekoppelt wird. Das Beratungsunternehmen Ecofys und die Denkfabrik Agora Energiewende hatten 2014 bereits einen entsprechenden Vorschlag gemacht.

BET und Frontier schlussfolgern, dass die Effektivität einer dynamischen EEG-Umlage „wesentlich von der Weitergabe der Preissignale an die Verbraucher“ abhängt. Wenn die Großhandelspreise hoch sind und der Kunde Strom verbraucht, nimmt die EEG-Umlage zu. Beim Verbrauch zu Niedrigpreisphasen muss weniger Umlage gezahlt werden. Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass eine höhere Flexibilität auf der Verbrauchsseite angereizt wird. „Unsere quantitativen Analysen zeigen, dass die Überanreize für Lastmanagement aktuell aufgrund der geringen Großhandelspreisschwankungen begrenzte Auswirkungen haben dürften. Allerdings ist dann auch der Nutzen der dynamischen EEG-Umlage begrenzt“, heißt es in der Studie. Die Autoren schlagen daher eine „modifizierte Dynamisierung“ vor: „Um keine erheblichen neuen Verzerrungen im Wettbewerb verschiedener Flexibilitätstechnologien einzuführen, ist die Kopplung der EEG-Umlage an den Börsenpreis auf Niedrigpreisstunden beschränkt. In Stunden mit Strompreisen kleiner gleich 0 Euro/MWh wird die EEG-Umlage auf 0 Euro/MWh festgelegt“, schreiben die Autoren von BET und Frontier weiter.

Die Systemumstellung von einer statischen Umlage auf eine dynamische Niedrigpreisvariante stelle keinen Systembruch dar und könne daher ohne Pilotphasen oder Übergangsbestimmungen erfolgen. Allerdings sollte etwa ein Jahr Zeit für die erforderliche Umstellung der Abrechnungssysteme eingeplant werden. Eine Befristung des Instruments sei wohl nicht erforderlich, da die Verzerrungen im heutigen System, insbesondere im Hinblick auf die Sektorenkopplung, zukünftig an Bedeutung eher gewinnen werden.
 

Andreas Kögler
Redakteur und CvD von E&M powernews
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Dienstag, 20.09.2016, 15:16 Uhr

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