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Enerige & Management > Advertorial - Digitalisierung: Stadtwerke müssen kreativer werden
Bild: Shutterstock
ADVERTORIAL:
Digitalisierung: Stadtwerke müssen kreativer werden
Die Entwicklung bei Digitalisierungslösungen im Energiemarkt legt mittlerweile ein Tempo vor, mit dem die wenigsten etablierten Versorgungsunternehmen Schritt halten können.
 
In dem Spannungsfeld aus schneller technologischer Entwicklung und hoher Regulierung des Energiemarkts entwickeln innovative Unternehmen neue, oft datengetriebene, Geschäftsmodelle. Stadtwerke müssen dringend kreativer werden. Wie das gelingen kann, soll dieser Beitrag zeigen.

Die Branche ist angehalten, jetzt eine aktive Rolle einzunehmen und ihre eigenen Ideen zu entwickeln. Denn wenn sie ihre selbst generierten Daten externen Dritten für deren lukrative Geschäftsmodelle überlassen droht die Gefahr, zum reinen Infrastrukturanbieter zu werden.

Mit digitalen Stromzählern lassen sich ganz neue Geschäftsmodelle entwickeln, bei denen der Stromverkauf zur Nebensache wird. Nach einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hat mittlerweile jeder dritte Bundesbürger (36 Prozent) grundsätzlich Interesse an einem digitalen Messgerät, Umgangssprachlich „Smart Meter“ genannt. Bei den Jüngeren ist das Interesse mit 46 Prozent besonders hoch.

Während Großverbraucher ab 10 000 kWh/Jahr und Selbsterzeuger, beispielsweise mit eigener Photovoltaikanlage auf dem Dach, laut Gesetz bereits heute über digitale Stromzähler, so genannte intelligente Messysteme (iMSys) verfügen müssen (ab 2020 bereits ab 6 000 kWh Jahresverbrauch) herrscht im Privathaushalt nur bedingt Druck, die alten analogen Zähler auszutauschen.

Hier ist die Vorgabe, dass bis 2032 alle alten analogen Zähler durch digitale ersetzt sein müssen. Bei den dort zum Einsatz kommenden „modernen Messeinrichtungen“ (mME) wird letztlich nur das analoge Messsystem durch ein digitales ersetzt. Vernetzt sind auch die neuen digitalen Zähler typischerweise nicht und fristen ein kümmerliches Schattendasein.

Zukunftsmodell hochgranulare Verbrauchsdaten

Die Versorger sitzen auf einer Goldmine und nutzen sie nicht: Die Verbrauchsdaten ihrer Kunden. Kommt man in ausreichender Auflösung an sie heran, lassen sich damit zahllose digitale Geschäftsmodelle kreieren, um Kundenzufriedenheit und -bindung zu steigern. Als Nebeneffekt werden noch die eigenen Ablese- und Abrechnungsprozesse optimiert.
 
Das Lean-Metering-Konzept von Lemonbeat besteht aus einem digitalen Stromzähler, der mit einem dualen Funkmodul zur Fernablese ausgestattet ist. Der Stromversorger liest zur Fernablese den Zählerstand per Walk-by-Methode mit einem Ablesegerät aus. Hochgranulare Vebrauchsdaten sendet der Stromzähler an ein Empfangsgerät in der Wohnung des Endkunden. So kann sich der Kunden die aufbereiteten und detaillierten Verbrauchsdaten jederzeit über eine App darstellen lassen
Grafik: Lemonbeat

Entscheidend ist hier die Reihenfolge. Nicht eine (weitere) Verbesserung oftmals bereits effizienter Ableseprozesse sollte die Triebfeder für ein digitales Geschäftsmodell sein, sondern die Schaffung neuer Mehrwerte. Der reine Fokus auf das Thema Ablesung greift zu kurz. Hier stehen Grenzkosten und Grenznutzen oft in keinem guten Verhältnis und die Amortisation eines Digitalisierungsprojektes zieht sich so über Jahre.

Der Stromverkauf wird zur Nebensache

Zukünftig spielt die Belieferung von Strom nur noch eine untergeordnete Rolle. Viel interessanter ist, wie die Kunden den Strom nutzen. Dabei spielt die Datengranularität eine elementare Rolle. Je genauer die aktuellen Verbrauchsdaten erfasst werden können, desto besser können sie analysiert und monetarisiert werden. Gut für den Stromanbieter, aber auch ein echter Mehrwert für den Kunden.
Jedes im Haushalt genutzte Gerät weist beim Stromverbrauch ein individuelles Muster auf. Eine Lastkurve, die für den Stromverbrauch über einen gewissen Zeitraum typisch ist. Ein Wasserkocher, der mit einer Leistung von rund 1 500 bis 2 000 Watt über einen kurzen Zeitraum einen Liter Wasser zum Kochen bringt, zeigt entsprechend eine ganz andere Charakteristik als eine Waschmaschine, die über einen viel längeren Zeitraum mit verschiedenen Waschprogrammen und Aufheizphasen arbeitet. Kühlschrank, Fernseher, Radio, Haartrockner – sie alle hinterlassen eine Art Fingerabdruck im Netz. Mit einem digitalen Stromzähler lassen sich diese Lastkurven erfassen. Je kürzer der Messabstand, desto genauer die Datengrundlage, desto besser können die Geräte voneinander unterschieden werden.

Vom Stromversorger zum Servicedienstleister im Haushalt

Der naheliegendste Einsatz ist also die individuelle Verbrauchserkennung. Stromkunden können sich den einzelnen Verbrauch ihrer Endgeräte jederzeit grafisch aufbereitet anzeigen lassen und haben so jederzeit ihren Stromverbrauch im Griff. Ganz ohne, überall im Haus verteilte Zwischenstecker. Mit diesen Daten lassen sich nun viele weitere Dienste kreieren. Ob nun zur Wohnungsüberwachung, frühzeitiger Ausfallerkennung einzelner Geräte, Unterstützung älterer Personen in einem eigene Haushalt. Den Ideen sind kaum Grenzen gesetzt. 

App-Store für kreative Geschäftsideen

Beispielsweise könnten Energieversorger Drittanbietern über eine Programmierschnittstelle und mit Zustimmung der Kunden den Zugang zu ihrer Datenplattform ermöglichen. Diese entwickeln dann eigene Apps für ihre Kunden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass unabhängige Programmierer durch ihren Ideenreichtum schon manchem Produkt zu einer großen Marktmacht verholfen haben. So etwa das Smartphone Betriebssystem Android mit dem Google Play Store, der sich heute durch tausende Apps von Drittanbietern auszeichnet. Oder Amazon, der mit seinem digitalen Sprachassistenten Echo gleich auf eine offene Programmierschnittstelle setzte.

Digitale Stromzähler am Beispiel innogy

Der deutsche Energieversorger innogy zeigt, wie man tragfähige Geschäftsmodelle auf der Basis von smarten mMEs schaffen kann   , ohne massive Investitionen zu tätigen. Statt sich auf den regulierten Teil des Smart-Metering-Spektrums zu fokussieren, konzentriert sich das Unternehmen auf reguläre digitale Stromzähler, die den Haushalten heute ohnehin zur Verfügung gestellt werden etwa bei Neubauten, größeren Renovierungen oder wenn alte Zähler ihre Lebensdauer überschritten haben.

Hier werden die digitalen Messgeräte mit einer kostengünstigen Dual-Funk-Technologie der Lemonbeat ausgestattet   . Für die sporadische Ablesung von Zählwerten genügt es mit dieser Technik, einen Boten mit einem entsprechenden Empfangsgerät auszustatten, an das die Zählerdaten automatisch gesendet werden, sobald er in Reichweite ist. Damit wird die Basis für eine signifikante Reduzierung der Prozesskosten für Abrechnung und Rechnungsstellung geschaffen. Also das naheliegende Geschäftsmodell.

Gleichzeitig können mit den Zählern hochgranulare Energiedaten über kostengünstige Empfangsgeräte an jeden Haushalt (oder an den Vermieter einer Immobilie) übertragen werden. Die intelligenten Stromzähler entscheiden im Zusammenspiel mit einer entsprechenden Empfangseinheit selbstständig, welche Funktechnologie sie verwenden. Je nach baulicher Situation wird hier bedarfsorientiert die optimale Kombination aus Bandbreite und Reichweite ausgehandelt. Diese Verbrauchsdaten erreichen eine Auflösung von bis zu einem Messwert pro Sekunde und ermöglichen somit einen tiefen und detaillierten Einblick in das Verbrauchsverhalten der Kunden und den Aufbau entsprechender zusätzlicher Geschäftsmodelle.

Die Technologie eröffnet daneben auch dem EVU selbst weitere Anwendungsfelder, wie etwa die Verbesserung der regionalen Lastprognose oder der optimierte Energieeinkauf im Portfolio-Management.

Als einer der ersten Anbieter am Markt nutzt enviaM die Technologie mit den intelligenten Messeinrichtungen. Das Unternehmen vermarktet die Lösung seit März 2019 unter dem Produktnamen „Mein Strom digital“ an seine Endkunden. Diese erhalten neben dem digitalen Stromzähler mit integrierter Lemonbeat Technologie noch ein Empfangsgerät, die so genannte iONA-Box, die sie zuhause über ihren Router mit dem Internet verbinden. Über eine App auf dem Smartphone erhalten die Kunden damit einen live Einblick in ihren Energieverbrauch.

Wünschenswerter Nebeneffekt: Mithilfe dieser Technologie lassen sich nicht allein Stromzähler, sondern prinzipiell auch Gas-, Wasser-, Wärmezähler und weitere Messgeräte einbinden. Hier ergeben sich dann ganz neue Geschäftsfelder in Kooperation mit lokalen Liegenschaftsbetreibern   . Allein diese Bandbreite zeigt, welch breites Spektrum an Geschäftsmodellen den Energieversorgern zu Füßen liegen. Sie müssen sich nur neu erfinden.

Weitere Informationen
Lemonbeat GmbH
Guido Vogel, Head of Sales
guido.vogel@lemonbeat.com  
Revierstraße 3
44379 Dortmund
www.lemonbeat.de  
 
 

Advertorial
© 2020 Energie & Management GmbH
Montag, 06.05.2019, 10:49 Uhr

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