• Installierte elektrische Leistung der tiefen Geothermie-Projekte
  • Preisentwicklung an den Energiemärkten etwas fester
  • Energiepreiskrise verschärft Streit um Gas und Atomkraft
  • Dynamische Tarife nicht automatisch vorteilhaft
  • Energiewende in der Industrie entscheidet sich bis 2030
  • Task Force soll Windkraftausbau beschleunigen
  • Test-Marathon für die optimale Wärmepumpe
  • An den Energiemärkten bleibt es ungemütlich
  • In kleinen Schritten zu den großen Sprüngen
  • Branchen-Verband Ines firmiert unter neuem Namen
Enerige & Management > Schweiz - Die Schweiz auf dem Weg zur Klimaneutralität
Bild: Fotolia.com, daboost
SCHWEIZ:
Die Schweiz auf dem Weg zur Klimaneutralität
Ab dem Jahr 2050 will die Schweiz klimaneutral sein. So will es der Bundesrat des Landes. Wie der Weg dahin aussehen könnte, hat das Paul Scherrer Forschungsinstitut (PSI) untersucht.
 
Das ehrgeizige Ziel hat der Schweizer Bundesrat im August 2019 beschlossen: In 30 Jahren soll das Land keine Treibhausgas-Emissionen mehr ausstoßen. Dazu sind „einschneidende Transformationen bei der Bereitstellung und dem Verbrauch von Energie in beinahe allen Bereichen erforderlich“, fasst Tom Kober, Leiter der PSI-Forschungsgruppe Energiewirtschaft und einer der Hauptautoren, das Ergebnis der Studie zusammen.

Bei ihren Analysen berücksichtigten die Forscher energiebedingte Kohlendioxid-Emissionen sowie Kohlendioxid-Emissionen aus industriellen Prozessen. Diese stellen heute etwa 80 % des gesamten Schweizer Treibhausgasinventars dar.

Eine zentrale Schlussfolgerungen: Die installierte Kapazität von Photovoltaikanlagen muss sich mindestens jedes Jahrzehnt verdoppeln, sodass sich die PV-Produktion mit 26 Mrd. kWh im Jahr 2050 neben der Wasserkraft mit dann 38 Mrd. kWh zur zweitgrößten Technologiegruppe entwickelt.

Will die Schweiz das Netto-Null-Emissionsziel erreichen, muss laut der Untersuchung mit einem deutlichen Anstieg des Stromverbrauchs gerechnet werden. So könnte im Jahr 2050 der Stromverbrauch um 20 Mrd. kWh über dem heutigen Niveau liegen.

Ein wesentlicher Treiber für dieses Wachstum ist die Verwendung von Strom für den Antrieb von Autos, Bussen und Lastkraftwagen, entweder direkt über batterieelektrische Fahrzeuge oder indirekt über Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe, die unter anderem mittels Strom aus Wasserstoff und Kohlendioxid hergestellt werden.

In den stationären Sektoren wird Strom zunehmend durch die vermehrt eingesetzten Wärmepumpen verbraucht. Dieser erhöhte Stromverbrauch kann allerdings durch Effizienzgewinne bei Heizung und Warmwasser kompensiert werden.

„Wenn die Schweiz das Null-Emissions-Ziel bis 2050 erreichen will, dann müssen die CO2-Emissionen in Zukunft im Durchschnitt jedes Jahr um eine bis anderthalb Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr verringert werden“, sagt Evangelos Panos, Hauptautor der Studie. Um die Emissionsminderung kostengünstig umzusetzen, sollte deshalb auch der Einsatz von Technologien mit der sogenannten CO2-Abscheidung in Betracht gezogen werden.

Kosten sind nur schwer abschätzbar

In puncto Kapitalaufwand geben sich die Forscher zurückhaltend. „Die Kosten sind sehr schwer abschätzbar, weil dabei enorm viele Komponenten eine Rolle spielen“, so Kober. In dem angenommenen Netto-Null-Hauptszenario würden sich für den Zeitraum bis 2050 die durchschnittlichen diskontierten Mehrkosten des Klimaschutzszenarios gegenüber dem Referenzszenario mit moderatem Klimaschutz (- 40 % CO2-Emissionen 2050 gegenüber 1990) auf etwa 330 Schweizer Franken pro Person und Jahr belaufen. Betrachtet man alle untersuchten Szenarien, so sieht man eine Bandbreite der durchschnittlichen Kosten zwischen 200 und 860 Franken pro Jahr und Kopf.

Das PSI ist mit 2.100 Mitarbeitenden und einem Jahresbudget von 400 Mio. Franken das größte Forschungsinstitut der Schweiz.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
+49 (0) 8152 9311 15
eMail
facebook
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 08.03.2021, 14:32 Uhr

Mehr zum Thema