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Energie & Management > Meinung - Die nEHS-Auktionen - eine Farce
Quelle: Fotolia / Denis Junker
Meinung

Die nEHS-Auktionen - eine Farce

Auch die dritte Versteigerung von Emissionsrechten für fossile Kraft- und Heizstoffe ist mit erwartbaren Ergebnissen ausgegangen. Ein Kommentar von E&M-Redakteur Georg Eble
Die Farce der Versteigerungen nationaler Emissionsrechte im Verkehrs- und Gebäudebereich (nEHS) hat sich am Nachmittag des 15. Juli gesteigert: Auf die wie jeden Mittwoch an der Börse EEX zu vergebenden gut 21 Millionen Nationalen Emissionszertifikate (nEZ), die gut 21 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß im laufenden Jahr abdecken, gab es 19 Mal so viele Gebote. Darunter waren erneut so viele mit dem gesetzlichen Höchstpreis von 65 Euro pro Tonne CO2, dass auch diesmal die Zuschlagsmenge verdoppelt wurde, eben auf gut 21 Millionen, und dass erneut alle erfolgreichen Gebote 65 Euro kosten. Der gesetzliche Preiskorridor fängt bei 55 Euro an. An den ersten beiden Auktionsterminen am 1. und am 8. Juli war der Überzeichungsfaktor schon von knapp 14 auf knapp 17 gestiegen.

Zwar wurden diesmal alle 106 Bieter bedient und es gingen auch in den beiden Auktionen zuvor nur einzelne ganz leer aus, aber laut dem offiziellen Auktionsergebnis bekamen die Bieter im Schnitt nur wenig mehr als 5 Prozent ihrer angefragten Tonnage. Dieser Prozentsatz ist seit den gut 7 Prozent zum Auftakt kontinuierlich gesunken.

Durch die ständige Verdoppelung der Zuschlagsmenge aufgrund der hohen Nachfrage dürften die insgesamt zu versteigernden 192 Millionen Tonnen CO2 für dieses Jahr schon früher weg sein, als im bisherigen Auktionskalender bis Oktober vorgesehen. Geht man davon aus, dass die nächsten Wochen weiter jeweils die verdoppelten 21 Millionen nEZ versteigert werden müssen, dann wäre schon in der zweiten Septemberhälfte Schluss mit den 2026er-Auktionen.

Zwei After Sales mit Aufschlag, aber Festpreis

Wer dann noch nEZ für seinen Kraft- oder Brennstoffabsatz im laufenden Jahr benötigt, kann im November an der EEX an einem Nachverkauf teilnehmen. Dann gibt es aber erstens einen Einheitspreis von 68 Euro pro Tonne im Gegensatz zu dem jetzigen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro. Und zweitens gibt es dann keine Knappheit: Es werden unbegrenzt nEZ ausgegeben. Nächstes Jahr lassen sich nEZ für dieses Jahr für 73 Euro pro Tonne nachkaufen.

Ebenfalls nächstes Jahr findet für den Ausstoß des Jahres 2027 an der EEX die gleiche Farce nochmal statt, bevor 2028 der nur noch marktbasierte europäische Emissionshandel für Brenn- und Kraftstoffe (EU-ETS2) beginnt. Es sei denn, das EU-ETS2 wird nochmal verschoben. Es hätte ursprünglich schon 2027 Auftakt haben sollen.

In der Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV) steht drin, dass der CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Gebäudeheizung bundesweit jährlich sinken soll, von 301 Millionen Tonnen (2021) über 255 Millionen Tonnen (2026) auf 180 Millionen Tonnen (2030). 

Worin die Farce besteht

Die Farce mit der Auktion besteht darin, dass die gesamte Auktionsmenge von 192 Millionen Tonnen in diesem Jahr vom Bund von vorneherein zu gering für die Nachfrage angesetzt worden war, der Preis aber trotzdem auf 65 Euro gedeckelt ist. Der Sinn, daran teilzunehmen, besteht für Inverkehrbringer fossiler Brenn- und Kraftstoffe also mehr oder weniger darin, die 3 Euro Differenz zu sparen, die bei dem After Sale im November zu Buche schlagen. Auf Zuschlagspreise von weniger als 65 Euro konnte sich kein vernünftiger Marktakteur Hoffnungen machen.

Für den kleinen Preisvorteil müssen Inverkehrbringer aber entweder selbst bei der Börse EEX einen aufwändigen Aufnahmeprozess durchlaufen oder zugelassene sogenannte Intermediäre bezahlen, von denen die meisten nicht aus der Mineralölbranche kommen, sondern aus der Strom- und Gastrading-Welt oder aus der Finanzbranche. Hinzu kommt die Stellung von Sicherheiten. Dies alles lohnt sich nur bei größeren Absatzmengen und war schon vom Branchenverband MEW als mittelstandsfeindlich gerügt worden. (geo)

Freitag, 17.07.2026, 13:56 Uhr
Georg Eble
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Die nEHS-Auktionen - eine Farce
Auch die dritte Versteigerung von Emissionsrechten für fossile Kraft- und Heizstoffe ist mit erwartbaren Ergebnissen ausgegangen. Ein Kommentar von E&M-Redakteur Georg Eble
Die Farce der Versteigerungen nationaler Emissionsrechte im Verkehrs- und Gebäudebereich (nEHS) hat sich am Nachmittag des 15. Juli gesteigert: Auf die wie jeden Mittwoch an der Börse EEX zu vergebenden gut 21 Millionen Nationalen Emissionszertifikate (nEZ), die gut 21 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß im laufenden Jahr abdecken, gab es 19 Mal so viele Gebote. Darunter waren erneut so viele mit dem gesetzlichen Höchstpreis von 65 Euro pro Tonne CO2, dass auch diesmal die Zuschlagsmenge verdoppelt wurde, eben auf gut 21 Millionen, und dass erneut alle erfolgreichen Gebote 65 Euro kosten. Der gesetzliche Preiskorridor fängt bei 55 Euro an. An den ersten beiden Auktionsterminen am 1. und am 8. Juli war der Überzeichungsfaktor schon von knapp 14 auf knapp 17 gestiegen.

Zwar wurden diesmal alle 106 Bieter bedient und es gingen auch in den beiden Auktionen zuvor nur einzelne ganz leer aus, aber laut dem offiziellen Auktionsergebnis bekamen die Bieter im Schnitt nur wenig mehr als 5 Prozent ihrer angefragten Tonnage. Dieser Prozentsatz ist seit den gut 7 Prozent zum Auftakt kontinuierlich gesunken.

Durch die ständige Verdoppelung der Zuschlagsmenge aufgrund der hohen Nachfrage dürften die insgesamt zu versteigernden 192 Millionen Tonnen CO2 für dieses Jahr schon früher weg sein, als im bisherigen Auktionskalender bis Oktober vorgesehen. Geht man davon aus, dass die nächsten Wochen weiter jeweils die verdoppelten 21 Millionen nEZ versteigert werden müssen, dann wäre schon in der zweiten Septemberhälfte Schluss mit den 2026er-Auktionen.

Zwei After Sales mit Aufschlag, aber Festpreis

Wer dann noch nEZ für seinen Kraft- oder Brennstoffabsatz im laufenden Jahr benötigt, kann im November an der EEX an einem Nachverkauf teilnehmen. Dann gibt es aber erstens einen Einheitspreis von 68 Euro pro Tonne im Gegensatz zu dem jetzigen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro. Und zweitens gibt es dann keine Knappheit: Es werden unbegrenzt nEZ ausgegeben. Nächstes Jahr lassen sich nEZ für dieses Jahr für 73 Euro pro Tonne nachkaufen.

Ebenfalls nächstes Jahr findet für den Ausstoß des Jahres 2027 an der EEX die gleiche Farce nochmal statt, bevor 2028 der nur noch marktbasierte europäische Emissionshandel für Brenn- und Kraftstoffe (EU-ETS2) beginnt. Es sei denn, das EU-ETS2 wird nochmal verschoben. Es hätte ursprünglich schon 2027 Auftakt haben sollen.

In der Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV) steht drin, dass der CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Gebäudeheizung bundesweit jährlich sinken soll, von 301 Millionen Tonnen (2021) über 255 Millionen Tonnen (2026) auf 180 Millionen Tonnen (2030). 

Worin die Farce besteht

Die Farce mit der Auktion besteht darin, dass die gesamte Auktionsmenge von 192 Millionen Tonnen in diesem Jahr vom Bund von vorneherein zu gering für die Nachfrage angesetzt worden war, der Preis aber trotzdem auf 65 Euro gedeckelt ist. Der Sinn, daran teilzunehmen, besteht für Inverkehrbringer fossiler Brenn- und Kraftstoffe also mehr oder weniger darin, die 3 Euro Differenz zu sparen, die bei dem After Sale im November zu Buche schlagen. Auf Zuschlagspreise von weniger als 65 Euro konnte sich kein vernünftiger Marktakteur Hoffnungen machen.

Für den kleinen Preisvorteil müssen Inverkehrbringer aber entweder selbst bei der Börse EEX einen aufwändigen Aufnahmeprozess durchlaufen oder zugelassene sogenannte Intermediäre bezahlen, von denen die meisten nicht aus der Mineralölbranche kommen, sondern aus der Strom- und Gastrading-Welt oder aus der Finanzbranche. Hinzu kommt die Stellung von Sicherheiten. Dies alles lohnt sich nur bei größeren Absatzmengen und war schon vom Branchenverband MEW als mittelstandsfeindlich gerügt worden. (geo)

Freitag, 17.07.2026, 13:56 Uhr
Georg Eble

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