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Enerige & Management > Solarthermie - Deutsches Know-how für Marokkos Energiewende
Bild: Oliver Ristau
SOLARTHERMIE:
Deutsches Know-how für Marokkos Energiewende
Klimakonferenz-Gastgeber Marokko macht mit deutscher Technologie vor, wie der Umstieg auf regenerative Energien in einem Schwellenland funktioniert.
 
Tausende Bahnen gewölbter Spiegel reihen sich in der Geröllwüste von Ouarzazate aneinander. Sie konzentrieren Sonnenlicht, um ein synthetisches Öl auf 400 Grad aufzuheizen, das heißen Dampf erzeugt, den eine Turbine in Strom für das marokkanische Hochspannungsnetz umsetzt. Das solarthermische Spiegelkraftwerk im Süden Marokkos ist mit 160 MW eines der größten der Welt. Zwei weitere CSP-Anlagen (Concentrated Solar Power) sind derzeit nebenan im Bau.

Für Marokko ist es eines von mehreren Großprojekten, um in den nächsten fünfzehn Jahren 6 000 MW an regenerativen Kapazitäten aufzubauen - gleich verteilt auf Wind-, Wasser- und Solarenergie. Das Königreich will nach Auskunft der Agence marocaine de l'énergie solaire, der marokkanischen Agentur für erneuerbare Energien (Masen), den Ökostromanteil an der landesweiten Erzeugung von derzeit 26 auf 52 % verdoppeln. Damit soll nicht nur der Import fossiler Rohstoffe reduziert und die Einfuhr von Strom aus Europa eingedämmt werden. Die wachsende Volkswirtschaft erhofft sich so auch, technologisches Know-how aufbauen. Mit Marokkos Energiewende eröffnet sich ein Milliardenmarkt für die Industrie. Allein die bis 2020 in der Wüste von Ouarzazate geplanten 580 MW (CSP und Photovoltaik) erfordern ein Investitionsvolumen von 2,3 Mrd. Euro, wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erklärt. Deutschland beteiligt sich daran über verschiedene Bundesministerien und die KfW mit 830 Mio. Euro. Ein bedeutender Teil dieses Geldes fließt an deutsche Firmen zurück.

So stammen die über 500 000 Spiegel des ersten Kraftwerkes aus dem Hause Flabeg aus Furth im Wald. Etwa die Hälfte des Salzgemischs, das als Speichermedium verwendet wird, damit das CSP-Kraftwerk noch bis zu drei Stunden nach Sonnenuntergang Strom erzeugen kann, kommt aus Ludwigshafen vom Chemieriesen BASF. Die Nürnberger Leoni AG hat einen Teil der Kabel und Stecker geliefert und der zum Energiekonzern Engie zählende Ingenieursdienstleister Lahmeyer koordiniert für den marokkanischen Staat die Ausschreibungen. Die Dampfturbinen für das solarthermische Kraftwerk liefert Siemens. Der Technologiekonzern ist außerdem bei den Windkraftprojekten im Land mit von der Partie. So hatte Siemens beispielsweise in diesem Frühjahr angekündigt, für rund 100 Mio. Euro eine neue Rotorblattfabrik in Tanger zu bauen. Der Produktionsbeginn ist für das kommende Frühjahr vorgesehen. „Marokko ist ein hervorragender Standort, um die wachsenden Onshore-Märkte in Afrika, dem Mittleren Osten und Europa zu bedienen“, hatte Markus Tacke, Chef von Siemens Wind Power, vor Monaten die Standortwahl begründet.
 

Oliver Ristau
© 2020 Energie & Management GmbH
Dienstag, 15.11.2016, 10:47 Uhr

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