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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Deutsche Windtechnik knipst Gefahrfeuer aus
Bild: Fotolia/psdesign1
WINDKRAFT ONSHORE:
Deutsche Windtechnik knipst Gefahrfeuer aus
Der Service- und Wartungsdienstleister aus Bremen wird alle Windturbinen der EWE Erneuerbare Energien mit einem System zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung nachrüsten.
 
Die Deutsche Windtechnik AG mit Sitz in Bremen kann sich freuen: Der Service- und Wartungsdienstleister von der Weser hat sich bei einer Ausschreibung der EWE Erneuerbare Energien GmbH durchgesetzt, deren Windturbinen mit einem System für die sogenannte bedarfsgerechnete Nachtkennzeichnung (BNK) auszurüsten. Nach einer Mitteilung aus Bremen umfasst das Portfolio von EWE Erneuerbare Energien immerhin 110 Windturbinen unterschiedlicher Anlagenmodelle von verschiedenen Herstellern.

Die Deutsche Windtechnik hat eine eigene BNK-Lösung auf Basis eines sogenannten Transpondersystems entwickelt. Über den jüngsten Auftrag freut sich BNK-Vertriebschef Jasper Salzwedel: „Es zeigt sich, wie vorteilhaft es ist, dass unser System unabhängig von der Anlagentechnologie und entsprechend der vorliegenden Turbinenausstattung und Parkinfrastruktur individuell konfiguriert zum Einsatz kommen kann“, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.
 
Ab Ende 2022 sollen die Gefahrfeuer auf den Windkraft-Gondeln immer nur dann leuchten, wenn sich wirklich ein Flugzeug dem Windpark nähert.
Bild: Lanthan Safe Sky

Die bedarfsgerechnete Nachtkennzeichnung zählt in der deutschen Windbranche derzeit zu den Themen mit ganz hoher Priorität. Zum Hintergrund: Dank BNK-Systeme leuchtet die ab einer Höhe von 100 Metern verbindlich vorgeschriebene Hindernisbefeuerung auf den Windturbinen nachts nur noch dann, wenn sich wirklich ein Flugzeug oder ein Hubschrauber einem Windpark nähert - nämlich relativ selten. Ansonsten bleibt der Nachthimmel dunkel.

Was hoffen lässt: Vielerorts hatte das nervige Dauerblinken der Positionslichter während der Nachtstunden Anwohner von Windparks frustriert, was mit zu den Gründen für die sinkende Akzeptanz der Windkraft gesehen wird. Was mit reichlich Verspätung die Politik zum Handeln veranlasste: Ende 2018 beschloss der Bundestag, eine angepasste Nachtkennzeichnung für Bestands- und Neuanlagen mit Radar- und Transponder-Systemen verpflichtend einzuführen.

Der ursprüngliche Zeitplan hatte bereits bis Mitte 2020 eine flächendeckende Umrüstung für die nach Branchenangaben rund 11.000 betroffenen Windturbinen vorgesehen. Allerdings verzögerte sich im zuständigen Bundesverkehrsministerium monatelange die Überarbeitung des notwendigen Regelwerks, der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (AVV). Außerdem zeigte sich schnell, dass es am Markt keine ausreichende Zahl von ausgereiften BNK-Systemen gab. Deshalb musste die zuständige Bundesnetzagentur den Termin für die Umrüstpflicht zweimal verlängern - auf nunmehr Ende 2022. Sollten die betroffenen Windkraftbetreiber bis dahin keine BNK-Umrüstung nachweisen, droht ihnen der Verlust der EEG-Vergütung.

Was noch nach reichlich viel Zeit klingt: Da aber jeder Windpark anders konfiguriert ist, müssen auch die BNK-Systeme quasi individuell angepasst werden – was Zeit kostet. Deshalb steht die Windbranche schon heute unter Zeitdruck, den Umrüsttermin zu schaffen. Es ist deshalb keine Überraschung, wenn in den kommenden Wochen weitere größere Aufträge für die BNK-Nachrüstung verkündet werden.
 

Ralf Köpke
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 04.06.2021, 12:03 Uhr

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