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Enerige & Management > Telekommunikation - Der Norden punktet mit Glasfaserausbau
Bild: Fotolia.com, Rene Grycner
TELEKOMMUNIKATION:
Der Norden punktet mit Glasfaserausbau
In Schleswig-Holstein werden fast 70 % aller Haushalte mit schnellem Internet versorgt. Dabei setzt das nördlichste Bundesland vor allem auf die Glasfaser-Technologie und hat mittlerweile fast ein Viertel aller Haushalte an entsprechende Netze angeschlossen.
 
Der Breitband-Ausbau in Schleswig-Holstein ist weiter auf dem Vormarsch. „Dank unserer breit angelegten Glasfaserstrategie sind bereits 23 Prozent der Haushalte im Land an das leistungsfähige und zukunftssichere Netz angeschlossen, viele weitere Projekte befinden sich in der Pipeline“, sagte Kiels Wirtschaftsminister Reinhard Meyer am 13. Juli auf einer Branchentagung in Neumünster. Für den Erfolg im Land machte der Minister insbesondere die enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Verbänden, Kommunen und dem Land verantwortlich. „Unsere besondere Stärke sind die vielen regionalen Anbieter, von Stadtwerken über weitere Energieversorger, Breitbandnetzgesellschaften bis hin zu kommunalen Breitbandzweckverbänden“, unterstrich Meyer.

Zweckverbände bündeln Interessen

Kürzlich hatten die Stadtwerke Neumünster eine Ausschreibung des Zweckverbandes Dithmarschen gewonnen, auch in den Kreisen Steinburg, Segeberg und in Teilen des Kreises Pinneberg ist das Unternehmen aktiv. Als Pionier gelten die Stadtwerke Norderstedt, die mit ihrer Tochtergesellschaft wilhelm.tel bereits 1999 mit dem Aufbau eines Glasfasernetzes begonnen hatten und als erster Anbieter in Deutschland das sogenannte Triple-Play, also schnelles Internet, Telefon und ein TV-Kabelangebot in einem Paket über Glasfaser angeboten haben.

Nach Worten von Wirtschaftsminister Meyer ist Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, dass sich ein Infrastrukturziel anstelle eines Bandbreitenziels gesetzt habe. Bis 2030 soll eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaseranschlüssen erreicht werden. Die Strategie trägt nun erste Früchte. Während im Norden fast ein Viertel aller Haushalte über schnelle Glasfasernetze versorgt wird, liegt die Anschlussrate im Bundesdurchschnitt gerade mal bei 2,6 %. Inzwischen steht Schleswig-Holstein auch bei der Breitbandversorgungsgrad mit schnellen Internetzugängen von 50 Mbit/s mit fast 70 % gut da. Lediglich Nordrhein-Westfalen mit seinen vielen Ballungszentren bietet unter den Flächenlandern mit einer Versorgung von 73,4 % der Haushalte mehr Anschlüsse.

Mehr Engagement vom Bund erwartet

Meyer kündigte für den weiteren Ausbau auf der Veranstaltung Fördermittel in Höhe von 50 Mio. Euro bis 2020 an. Hinzu kommen für die nächsten zwei Jahre noch 21,3 Mio. Euro aus den Mitteln der Versteigerung der digitalen terrestrischen Fernsehfrequenzen (DVB-T), der so genannten Digitalen Dividende II, die Schleswig-Holstein zustehen. Neben einer Aufstockung des Zinssubventionsprogramms der landeseigenen Investitionsbank soll ein Teil dieser Gelder in den Aufbau eines landesweiten Backbone-Netzes investiert werden. Durch die Anbindung von Schulen, Polizeistationen und anderen öffentlichen Einrichtungen soll schnelles Internet in die Fläche gebracht werden. Vom Aufbau der Landesnetze sollen dann auch Synergieeffekte für den regionalen und lokalen Breitbandausbau ausgehen.

Mit Blick auf die bisherige Breitbandpolitik kritisierte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister, dass der Bund seine Förderrichtlinien bisher nicht mit den Bundesländern abgestimmt habe. „Hier sehe ich die Gefahr einer widersprüchlichen Förderpolitik zwischen Bund und Ländern. Darüber hinaus brauchen wir eine eng zwischen Bund und Ländern abgestimmte, langfristige Breitbandstrategie, die wie in Schleswig-Holstein einen Glasfaserausbau in den Fokus nimmt“, sagte Meyer.
 

Kai Eckert
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Montag, 13.07.2015, 13:14 Uhr

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