• Willkommen im (Energie-)Club
  • Schwächelnder Strompreis, CO2 etwas fester, Gas uneinheitlich
  • IEA: Weltwirtschaft erholt sich 2021 auf Kosten des Klimas
  • Aufbau der Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Lkw im Blick
  • Luftverkehr und Wärmemarkt klimafreundlich umrüsten
  • PV-Fertigung kehrt zurück nach Europa
  • GCA-Übernahme stabilisiert Verbund-Ergebnissituation
  • Studien zügeln Erwartungen beim Einlagern von Treibhausgasen
  • Amprion lässt weltgrößte Statcom-Anlagen bauen
  • Thermische Großspeicher für die Rückverstromung
Enerige & Management > Klimaschutz - Der Aufschwung ist da, aber nicht grün
Bild: Fotolia, bluedesign
KLIMASCHUTZ:
Der Aufschwung ist da, aber nicht grün
Nach dem coronabedingten Einbruch steigen die globalen Treibhausgase wieder an. Im Dezember lagen sie schon um 2 % über dem Niveau des gleichen Vorjahresmonats.
 
Das geht aus den jüngsten Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor, die am 2. März in Paris veröffentlicht wurden. Die Pandemie habe über das gesamte Jahr 2020 zum stärksten Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen geführt: - 6 %, schreiben die Experten der IEA. Dahinter verbergen sich aber regional und über das Jahr verteilt sehr unterschiedliche Entwicklungen. Die Emissionen im Dezember 2020 überstiegen den Vorjahreswert weltweit um 60 Mio. Tonnen.

Als wichtigste Ursache hat die IEA die Wiederbelebung der Konjunktur und der damit verbundenen Energienachfrage ausgemacht. Maßnahmen zur Senkung der Emissionen seien nur selten ergriffen worden. „Wenn die Regierungen energiepolitische Maßnahmen nicht schneller ergreifen, werden wir eine historische Chance verpassen: Die globalen Emissionen könnten 2019 ihren Höhepunkt überschritten haben“, sagte IEA-Direktor Fatih Birol. Die Zahlen wiesen allerdings darauf hin, dass die meisten Staaten „zum kohlenstoff-intensiven business-as-usual“ zurückkehrten.

Grundlegender Kurswechsel in großen Volkswirtschaften nötig

Alleine in China stiegen die CO2-Emissionen nach den Zahlen der IEA um 0,8 % (75 Mio. t) gegenüber 2019. In der Volksrepublik, der einzigen großen Volkswirtschaft, die 2020 ein Wachstum verzeichnete, setzte die wirtschaftliche Erholung zuerst ein und die Emissionen stiegen bereits seit April wieder an. In Indien erreichten die Emissionen das Vorjahresniveau im September und in Brasilien im vierten Quartal.

In den Vereinigten Staaten gingen die Emissionen über das gesamte Jahr 2020 gerechnet um 10 % zurück, die Trendwende datiert die IEA aber schon auf den Frühsommer. Seitdem ging es wieder aufwärts. Neben der Konjunktur spielte die Preisentwicklung dabei nach Ansicht der Experten in Paris eine wichtige Rolle: Weil der Gaspreis stieg, wurde wieder mehr Kohle verstromt.

Birol erwartet, dass sich die Entwicklung fortsetzt: „Ohne einen grundlegenden Kurswechsel in den großen Volkswirtschaften werden die Emissionen 2021 weiter steigen.“

Es gebe allerdings Anzeichen für ein Umdenken: der Wiedereintritt der USA in das Pariser Abkommen, China habe sich ein anspruchsvolles Klimaziel gesetzt, die EU arbeite an der Umsetzung ihres Klimapaktes und in Indien seien die erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch.

Insgesamt sanken die globalen CO2-Emissionen 2020 um fast 2 Mrd. Tonnen. Die Hälfte davon ging auf den niedrigeren Ölverbrauch im Verkehr zurück. Auch hier steige der Verbrauch, und damit der CO2-Ausstoß inzwischen wieder an und zwar schneller als der Einsatz von Elektrofahrzeugen, schreibt die IEA.

Die Emissionen der Elektrizitätswirtschaft sanken 2020 um 450 Mio. Tonnen (- 3,3 %), was sowohl auf den Rückgang der Erzeugung als auch auf den Vormarsch des Wind- und Solarstromes zurückzuführen war. Die erneuerbaren Energien erreichten 29 % gegenüber 27 % in 2019. Um das 2-Grad-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, müssten die Emissionen aus den Kraftwerken jedes Jahr um 500 Mio. Tonnen sinken.

 
Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken
Grafik: IEA

 
 

Tom Weingärtner
© 2021 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 03.03.2021, 09:36 Uhr

Mehr zum Thema