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Enerige & Management > Wärme - Dena will Heizgas sparen mit digitalen Thermostaten
Quelle: Fotolia / sasel77
WÄRME:
Dena will Heizgas sparen mit digitalen Thermostaten
Die Deutsche Energieagentur (Dena) fordert eine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau digitaler Heizkörperthermostate und Messsysteme, um den Wärmeverbrauch besser regeln zu können.
 
Die drohende Gasversorgungskrise wegen der eingeschränkten russischen Lieferungen erfordere auch im Haushaltsbereich rasches Handeln. Deshalb fordert die Deutsche Energieagentur (Dena) Maßnahmen noch vor der nächste Heizperiode, um Erdgas einzusparen. Zur Debatte um eine gesetzlich verordnete Temperaturabsenkung in Mietwohnungen erklärte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung: „Der Schlüssel für erhebliche Einsparungen bei der Heizenergie heißt Transparenz.“ 

Die Technologien wie digitale Thermostate und Messsysteme seien vorhanden und müssten in einer konzertierten Aktion massiv in den Einsatz gebracht werden. „Die Dena schätzt das mögliche Einsparpotenzial auf über zehn Prozent an Heizenergie“, sagte Kuhlmann. „Eine gesetzlich verankerte Absenkung der Temperatur in Mietwohnungen sehen wir äußerst kritisch“, sagte der Dena-Chef zugleich. 

Förderung und Pönalen für Vermieter

Eigentum verpflichte auch im Bereich von Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Deshalb sollten laut Kuhlmann die Kosten für Anschaffung, Einbau und Nutzung von Heizkörperthermostaten nicht auf die Mieter und Nutzer abgewälzt werden, sie müssen von den Eigentümern getragen werden. Dazu sollten Hauseigentümer und Betreiber von Heizsystemen gesetzlich verpflichtet werden. 

Begleitet werden könnte diese dringliche Gesetzesänderung von einem abschmelzenden Förderprogramm, das bis zum 31. Dezember 2022 die Hälfte der Anschaffungskosten, im Jahr 2023 noch ein Viertel beträgt. Ab dem dritten Jahr könnte eine über drei Jahre ansteigende Pönale für Eigentümer eingeführt werden, die den Druck erhöht und die Umsetzung beschleunigt. „Wichtig ist, dass Marktakteure eine derartige Verpflichtung in einer Krisensituation nicht zu marktunüblichen Preissteigerungen, also Mitnahmeeffekten, nutzen“, sagte Kuhlmann.

Auseinandersetzungen mit dem Vermieter um die Einhaltung der Heizungstemperatur seien schon heute ein großes Ärgernis für Mieter und Familien. „Ein solcher Vorschlag ist verbraucherfeindlich und schadet der Akzeptanz und damit dem Gelingen der Energiewende“, warnte Kuhlmann. 

Möglich, sinnvoll und technisch umsetzbar wäre dagegen eine gesetzlich vorgegebene Temperaturabsenkung in öffentlichen Einrichtungen, Verwaltungen, im Freizeitbereich oder im Handel. Überall dort, wo Temperaturen zentral eingestellt und gesteuert werden. „Allerdings müssen auch hier technische Aspekte und soziale Rahmenbedingungen berücksichtigt werden“, schränkte Kuhlmann ein. Die Dena werde ihren Vorschlag im Rahmen ihres Mitwirkens an der kürzlich vorgestellten Energiewechsel-Kampagne des Bundeswirtschaftsministeriums einbringen.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 20.06.2022, 11:52 Uhr

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