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Enerige & Management > Stromnetz - Dena-Analyse fordert neue Konzepte
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Dena-Analyse fordert neue Konzepte
Beim Umbau des Energiesystems müssen neue Konzepte entwickelt werden, um unvorhergesehene Frequenzschwankungen stabilisieren zu können.
 
Laut einer Analyse der Plattform für Systemdienstleistungen der Deutschen Energieagentur (dena) müssen mit dem Umbau des Energiesystems neue Konzepte für den sicheren Betrieb des europäischen Stromnetzes entwickelt werden. Insbesondere bei der Momentanreserve, die bei unvorhergesehenen Frequenzschwankungen systemstabilisierend wirke, seien neue Ansätze nötig. Dies geht aus der aktuellen Analyse „Momentanreserve 2030“ hervor, die die dena am 26. April veröffentlicht hat. Künftig sollen auch dezentrale Energieanlagen, wie etwa EEG-Anlagen oder Speicher, dabei zum Einsatz kommen, teilte die dena mit. „Was wir brauchen, sind Strategien, um regional ausrechend Momentanreserve sicherzustellen und dafür auch die technischen Möglichkeiten von dezentralen Energieanlagen einbeziehen“, betonte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der dena. Nur so könnten Großstörungen beherrschbar und auf Dauer ein europaweit stabiles und Stromnetz gewährleistet werden.

Anhand von Simulationsrechnungen war im Rahmen der Analyse gezeigt worden, dass bei einer Großstörung im Übertragungsnetz schon heute internationale Grenzwerte für eine stabile Netzfrequenz zeitweise nicht mehr eingehalten werden können. Durch das Absinken des Marktanteils konventioneller Kraftwerke sinkt auch die verfügbare Momentanreserve. Da gleichzeitig großräumige Stromtransite zunehmen, steige aber die Notwendigkeit, außergewöhnliche Netzstörungen zu beheben. Dadurch wachse aber der Bedarf an einer alternativen Bereitstellung von Momentanreserve. Mit dem Einsatz von erneuerbaren Energien und Speichern könnten hier teure und aufwendigere Lösungen, wie der Einsatz von synchronen Phasenschiebern oder ein gezieltes Anfahren von konventionellen Kraftwerken vermieden werden.

Die dena hatte ihre Analyse Anfang 2016 gemeinsam mit der Ruhr GmbH und dem Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft der Uni Dortmund erstellt. Ziel der Plattform Systemdienstleistungen ist es, die Weiterentwicklung der Erbringung von Systemdienstleistungen bis 2030 aktiv zu gestalten. An der Plattform sind Übertragungsnetzbetreiber, Stromnetzbetreiber, Projektentwickler sowie Technologieanbieter und Anlagenbetreiber beteiligt. Die vollständige Analyse ist unter www.plattform-systemdienstleistungen.de   abrufbar.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Dienstag, 26.04.2016, 16:14 Uhr

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