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Energie & Management > Studien - Dekarbonisierung der EU-Energiewirtschaft bis 2040 weiter möglich
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Studien

Dekarbonisierung der EU-Energiewirtschaft bis 2040 weiter möglich

Die EU muss nach Ansicht der Klimaforscher auch nach 2030 weiter erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ihre Treibhausgase zu reduzieren.
Die Europäischen Klimakommission (European Scientific Board on Climate Change), die die EU im Rahmen ihrer Klimapolitik eingerichtet hat, hat ihren jüngsten Bericht vorgelegt. Darin heißt es, dass die EU im Zeitraum von 2030 bis 2050 noch höchstens 11 bis 14 Gigatonnen CO2 ausstoßen darf, wenn das im Pariser Abkommen vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreicht werden soll. Die CO2-Emissionen müssten dann bis 2040 um 90 bis 95 Prozent (gegenüber 1990) reduziert werden, sagte der Vorsitzende der Klimakommission, Ottmar Edenhofer, bei der Vorstellung des Berichtes.

Eine Reduzierung der Emissionen in diesem Umfang sei erreichbar, ohne dass die identifizierten Umweltrisiken zu groß würden. Solche Risiken seien vor allem mit dem industriellen Einsatz neuer Technologien wie der Nutzung erneuerbarer Energien verbunden, heißt es im Bericht der Klimakommission. Dafür müssten die richtigen politischen Entscheidungen getroffen und nachhaltige Innovationen umgesetzt werden.

Die Klimakommission habe rund 1000 unterschiedliche Szenarien untersucht und diejenigen identifiziert, die mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar seien. Kein umsetzbares Szenario führe zu einer Senkung der Emissionen, die mit den Grundsätzen einer fairen Belastung vereinbar wäre. Die Klimakommission empfiehlt deswegen, eine möglichst weitgehende Reduzierung der eigenen Emissionen in der EU und eine Kooperation mit internationalen Partnern, um die verbleibende Lücke zu schließen.

Das von der EU beschlossene Reduktionsziel von 55 Prozent bis 2030 stelle eine erste Etappe auf dem Weg zur Klimaneutralität dar. Um einen „fairen Anteil“ der notwendigen Anstrengungen zu übernehmen, müssten die EU-Staaten aber zusätzlich einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgase außerhalb Europas übernehmen. Für die europäischen Gesellschaften bedeute das vor allem eine Elektrifizierung des Energieverbrauchs sowie den umfassenden Einsatz von Wind- und Solarenergie und von grünem Wasserstoff, um die fossilen Energien zu ersetzen.

Kombiniert mit Effizienzgewinnen und dem Einsatz von Gaskraftwerken mit CO2-Einlagerung sei eine nahezu vollständige Dekarbonisierung der Energiewirtschaft bis 2040 erreichbar. Die EU könnte damit die Notwendigkeit minimieren, CO2 aus der Atmosphäre einzulagern und damit auch die damit verbundenen Risiken.

Einlagerung von CO2 aus der Atmosphäre unverzichtbar

Die von der EU anvisierte Klimaneutralität mache die Einlagerung von CO2 aus der Atmosphäre in größerem Umfang aber unverzichtbar. „Die Senkung der Emissionen ist sicher vorrangig“, sagte Edenhofer: „Aber ein nachhaltiger Entzug von CO2 durch die Land- und Forstwirtschaft oder durch neue Technologien muss ebenfalls in größerem Umfang stattfinden. Dabei müssen wir die Risiken genau um Auge behalten.“

Die Klimakommission unterstreicht in ihrem Bericht außerdem die zahlreichen anderen Vorteile, die eine Abkehr von den fossilen Energien habe. Neben der Unabhängigkeit von den Lieferanten fossiler Brennstoffe und der damit verbundenen Versorgungssicherheit verweist der Bericht auf die geringeren Gesundheitsrisiken durch eine höhere Luftqualität, eine Verbesserung der Wasserqualität und der Umwelt. Diese Vorteile würden jedoch nur erreicht, wenn auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene richtig geplant und entschieden werde.

Der Bericht "Scientific advice for the determination of an EU-wide 2040 climate target and a greenhouse gas budget for 2030–2050" steht im Internet zum Herunterladen bereit.

Donnerstag, 15.06.2023, 09:43 Uhr
Tom Weingrtner
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Dekarbonisierung der EU-Energiewirtschaft bis 2040 weiter möglich
Die EU muss nach Ansicht der Klimaforscher auch nach 2030 weiter erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ihre Treibhausgase zu reduzieren.
Die Europäischen Klimakommission (European Scientific Board on Climate Change), die die EU im Rahmen ihrer Klimapolitik eingerichtet hat, hat ihren jüngsten Bericht vorgelegt. Darin heißt es, dass die EU im Zeitraum von 2030 bis 2050 noch höchstens 11 bis 14 Gigatonnen CO2 ausstoßen darf, wenn das im Pariser Abkommen vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreicht werden soll. Die CO2-Emissionen müssten dann bis 2040 um 90 bis 95 Prozent (gegenüber 1990) reduziert werden, sagte der Vorsitzende der Klimakommission, Ottmar Edenhofer, bei der Vorstellung des Berichtes.

Eine Reduzierung der Emissionen in diesem Umfang sei erreichbar, ohne dass die identifizierten Umweltrisiken zu groß würden. Solche Risiken seien vor allem mit dem industriellen Einsatz neuer Technologien wie der Nutzung erneuerbarer Energien verbunden, heißt es im Bericht der Klimakommission. Dafür müssten die richtigen politischen Entscheidungen getroffen und nachhaltige Innovationen umgesetzt werden.

Die Klimakommission habe rund 1000 unterschiedliche Szenarien untersucht und diejenigen identifiziert, die mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar seien. Kein umsetzbares Szenario führe zu einer Senkung der Emissionen, die mit den Grundsätzen einer fairen Belastung vereinbar wäre. Die Klimakommission empfiehlt deswegen, eine möglichst weitgehende Reduzierung der eigenen Emissionen in der EU und eine Kooperation mit internationalen Partnern, um die verbleibende Lücke zu schließen.

Das von der EU beschlossene Reduktionsziel von 55 Prozent bis 2030 stelle eine erste Etappe auf dem Weg zur Klimaneutralität dar. Um einen „fairen Anteil“ der notwendigen Anstrengungen zu übernehmen, müssten die EU-Staaten aber zusätzlich einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgase außerhalb Europas übernehmen. Für die europäischen Gesellschaften bedeute das vor allem eine Elektrifizierung des Energieverbrauchs sowie den umfassenden Einsatz von Wind- und Solarenergie und von grünem Wasserstoff, um die fossilen Energien zu ersetzen.

Kombiniert mit Effizienzgewinnen und dem Einsatz von Gaskraftwerken mit CO2-Einlagerung sei eine nahezu vollständige Dekarbonisierung der Energiewirtschaft bis 2040 erreichbar. Die EU könnte damit die Notwendigkeit minimieren, CO2 aus der Atmosphäre einzulagern und damit auch die damit verbundenen Risiken.

Einlagerung von CO2 aus der Atmosphäre unverzichtbar

Die von der EU anvisierte Klimaneutralität mache die Einlagerung von CO2 aus der Atmosphäre in größerem Umfang aber unverzichtbar. „Die Senkung der Emissionen ist sicher vorrangig“, sagte Edenhofer: „Aber ein nachhaltiger Entzug von CO2 durch die Land- und Forstwirtschaft oder durch neue Technologien muss ebenfalls in größerem Umfang stattfinden. Dabei müssen wir die Risiken genau um Auge behalten.“

Die Klimakommission unterstreicht in ihrem Bericht außerdem die zahlreichen anderen Vorteile, die eine Abkehr von den fossilen Energien habe. Neben der Unabhängigkeit von den Lieferanten fossiler Brennstoffe und der damit verbundenen Versorgungssicherheit verweist der Bericht auf die geringeren Gesundheitsrisiken durch eine höhere Luftqualität, eine Verbesserung der Wasserqualität und der Umwelt. Diese Vorteile würden jedoch nur erreicht, wenn auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene richtig geplant und entschieden werde.

Der Bericht "Scientific advice for the determination of an EU-wide 2040 climate target and a greenhouse gas budget for 2030–2050" steht im Internet zum Herunterladen bereit.

Donnerstag, 15.06.2023, 09:43 Uhr
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