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Quelle: Shutterstock / Romolo Tavani
KLIMASCHUTZ:
Das Weltklima wird schneller heißer
Die Weltwetterorganisation (WMO) teilte mit, dass 2021 eines der sieben wärmsten Jahre war und das siebte Jahr in Folge mit mehr als 1 Grad Celsius über vorindustriellen Temperaturen.
 
Obwohl die globalen Durchschnittstemperaturen durch die La Nina-Ereignisse 2020-2022 vorübergehend abgekühlt wurden, war 2021 eines der sieben wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Dies geht aus den Daten von sechs führenden internationalen Wetterinstituten hervor, die die Weltmeteorologieorganisation (WMO) ausgewertet hat. Sie erwartet, dass sich die globale Erwärmung und andere langfristige Klimaänderungstrends aufgrund der Rekordwerte von Treibhausgasen in der Atmosphäre fortsetzen werden.

Die durchschnittliche globale Temperatur im Jahr 2021 lag etwa 1,11 °C über dem vorindustriellen Niveau der Jahre 1850-1900. 2021 ist damit das siebte Jahr in Folge seit 2015, in dem die globale Temperatur mehr als 1 °C über dem vorindustriellen Niveau lag.

Die WMO verwendet sechs internationale Datensätze, um die umfassendste und zuverlässigste Temperaturbewertung zu gewährleisten. Sie stammen von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) der USA, dem Goddard Institute for Space Studies der NASA, den United Kingdom's Met Office Hadley Center, der Climatic Research Unit (HadCRUT) der University of East Anglia sowie der Berkeley Earth Group.
 
Weitgehende Übereinstimmung bei den Daten von sechs meteorologischen Forschungseinrichtungen belegen den weltweit beschleunigten Temperaturanstieg seit 2000
Quelle: WMO
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50 Grad Hitze in Kanada, Überschwemmungen in Asien

„Aufeinanderfolgende La Nina-Ereignisse bedeuten, dass die Erwärmung 2021 im Vergleich zu den letzten Jahren relativ weniger ausgeprägt war“, sagte WMO-Generalsekretär Prof. Petteri Taalas. Trotzdem sei 2021 immer noch wärmer als die anderen von La Nina beeinflussten Vorjahre gewesen. „Die langfristige Gesamterwärmung als Folge des Anstiegs der Treibhausgase ist jetzt weitaus größer als die Schwankungen der globalen Durchschnittstemperaturen von Jahr zu Jahr, die durch natürlich vorkommende Klimatreiber verursacht werden“, erläuterte Taalas.

„Das Jahr 2021 wird für eine rekordverdächtige Temperatur von fast 50 °C in Kanada, vergleichbar mit den Werten in der heißen Sahara Algeriens, außergewöhnliche Regenfälle und tödliche Überschwemmungen in Asien und Europa sowie Dürre in Teilen von Afrika und Südamerika in Erinnerung bleiben“, resümierte der WMO-Präsident. Die Auswirkungen des Klimawandels und wetterbedingte Gefahren hätten lebensverändernde und verheerende Auswirkungen auf Gemeinden auf jedem einzelnen Kontinent.

Grenzen des Pariser Klimaschutzabkommens fast erreicht

Die Temperatur sei nur einer der Indikatoren für den Klimawandel. Andere umfassen Treibhausgaskonzentrationen, den Wärmegehalt der Ozeane, den pH-Wert der Ozeane, den globalen mittleren Meeresspiegel, die Gletschermasse und die Ausdehnung des Meereises. Die WMO verwendet auch Reanalyse-Datensätze des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen und seines Copernicus Climate Change Service sowie der Japan Meteorological Agency (JMA).

Die Temperaturzahlen werden in den abschließenden WMO-Bericht über den Zustand des Klimas im Jahr 2021 aufgenommen, der im April 2022 veröffentlicht wird. Dieser enthält Informationen zu allen wichtigen Klimaindikatoren und ausgewählten Klimaauswirkungen und aktualisiert einen vorläufigen Bericht, der im Oktober 2021 unter veröffentlicht wird anlässlich der COP26. Mit 1,11 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau nähert sich die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2021 bereits der Untergrenze des Temperaturanstiegs von 1,5 Grad, bei dem das Pariser Klimaschutzabkommen stoppen will.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 19.01.2022, 15:38 Uhr

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