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Enerige & Management > Smart Meter - "Das intelligente Messsystem kostenlos einbauen"
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
"Das intelligente Messsystem kostenlos einbauen"
Die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion bei den Metering Days sehen immer noch großen Informationsbedarf bei Kunden und in der Öffentlichkeit zum Smart Meter Rollout
 
Paul-Vincent Abs sieht die Mehrspartenmessung als einen entscheidenden „Game Changer“. Es sei „vorsintflutlich“, wie die Themen Abrechnung und Datenmanagement heute zum Teil noch gehandhabt würden, so der Geschäftsführer von Eon Metering.

Aus seiner Sicht biete die Integration von Heizkostensammlern sowie Wasser- und Gaszählern über das Smart Meter Gateway eine „riesen Chance“. Denn so könnten Hausverwaltungen entlastet und die energetische Steuerung von Liegenschaften verbessert werden, sagte er im Rahmen der diesjährigen Metering Days in Fulda. Mit diesem „Top Thema“ würden allerdings auch neue Player in den Markt kommen, vor allem Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft, so Abs.

Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft, sieht noch eine weitere Branche, die sich mit neuen digitalen Geschäftsmodellen Chancen im Energiemarkt ausrechnet: die Heizungsindustrie. Der Bau der Heizungsanlage, der Wartungsvertrag, die Fernsteuerbarkeit der Anlage, die Photovoltaik-Anlage und schließlich noch der Reststromvertrag – dies könnten nach Buschs Ansicht die Komponenten eines Komplettpakets sein, das den Angeboten der etablierten Energieversorger Konkurrenz macht. Letztlich gehe es dabei um das intelligente Energiemanagement eines Gebäudes oder auch von Quartieren.

Wie die Produkte und Dienstleistungen am Ende auch aussehen werden, das intelligente Messsystem wird dabei eine zentrale Rolle spielen. „Wir bei Eon gehen fest davon aus, dass künftig sämtliche Produkte ausschließlich mit einem intelligenten Messsystem versehen werden“, erklärte Abs. „Wir werden Sie immer mit einem Smart Meter verkaufen.“

Der Eon-Metering-Geschäftsführer machte deutlich, dass die Konzerntochter als wettbewerblicher Messstellenbetreiber dabei nicht nur die Pflichteinbaufälle im Auge hat, also die Kunden, die nach den gesetzlichen Vorgaben einen digitalen Zähler mit Smart Meter Gateway erhalten müssen. „Ich würde einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber immer nahe legen, wenn er das Kapital dazu hat, dem Kunden das intelligente Messsystem kostenlos einzubauen“, so Abs. „Auch den Kunden mit weniger als 6 000 kWh Jahresstromverbrauch. Nur so können wir eine digitale Welt schaffen“, betonte er.

Für einen Kunden mit einem Jahresstromverbrauch von weniger als 6 000 kWh gibt es keine Verpflichtung, sich zu seinem digitalen Zähler auch ein Smart Meter Gateway als Kommunikationsmodul einbauen zu lassen.

In der Diskussionsrunde in Fulda wurde allerdings deutlich, dass immer noch bei Kunden und in der Öffentlichkeit um Verständnis für den Smart Meter Rollout geworben werden muss. Selbst Energieexperten würden bei Diskussionen, die mit Fachbegriffen aus dem Messstellenbetriebsgesetz gespickt seien, nach kurzer Zeit „aussteigen“, berichtete Abs.

Eine politisch gesteuerte Informationskampagne sei jedoch nicht notwendig, waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion in Fulda einig. Stattdessen sei es aus seiner Sicht hilfreich, meinte BNE-Geschäftsführer Busch, die Verbraucherschützer mit ins Boot zu holen. Es sei wichtig, ihnen zu vermitteln, dass es beim Smart Metering und der Digitalisierung um unterstützende Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende und letztlich um Klimaschutz gehe. Man müsse auf das große Ganze verweisen und zeigen, dass es nicht um eine „Zwangsbeglückung mit irgendeinem digitalen Blödsinn“ gehe.
 

Fritz Wilhelm
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Donnerstag, 25.10.2018, 17:13 Uhr

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