• Strom: Viel Wind hält Preise niedrig
  • Gas: Es geht weiter abwärts
  • Sturm Yulia treibt Windstrom zu neuem Rekord
  • 450-MHz-Netz für den Smart Meter Rollout nicht entscheidend
  • Power-to-Gas-Firma MicroPyros meldet Insolvenz an
  • Der Klima-Zeitplan kommt ins Rutschen
  • Weltklimarat will seine Struktur verändern
  • Kraftstoffhändler kauft französische Natgas-Tochter
  • Speicher-Intelligenz zur Lastspitzenkappung
  • Bayerns Energiedaten und warum es knapp werden könnte
Enerige & Management > Stromspeicher - Daimler ambitioniert bei stationären Speichern
Bild: Daimler
STROMSPEICHER:
Daimler ambitioniert bei stationären Speichern
Eine neugegründete Gesellschaft soll die bisherige Speicher-Tochter entlasten und für eine gezieltere Kundenansprache sorgen.
 
Unter dem Namen Mercedes-Benz Energy will der Automobilkonzern seine Ressourcen für stationäre Speicher bündeln. Das neugegründete Unternehmen wird ebenso wie die Deutsche Accumotive, ebenfalls eine 100-prozentige Tochter, seinen Sitz im sächsischen Kamenz haben. Die beiden Schwesterunternehmen sollen eng zusammenarbeiten. Produziert werden die Speichersysteme jedoch ausschließlich bei der Deutschen Accumotive, bei der auch die Kompetenz für automobile Speicher liegt. Mercedes-Benz Energy soll die Entwicklung, den Vertrieb und die Installation stationärer Speicher übernehmen.

Von der Trennung beider Segmente verspricht sich Harald Kröger, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik und E-Drive bei der Daimler AG, bessere Wachstumschancen der Geschäftszweige, insbesondere die internationale Expansion und die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern stehen dabei auf seiner Agenda. Derzeit gibt es bereits eine Kooperation unter anderem mit EnBW beim Vertrieb von Hausspeichern, ein Joint Venture mit The Mobility House und Getec bei sogenannten Second-Life-Batterien und ein Projekt mit den Stadtwerken Hannover.

Darüber hinaus verspricht sich Kröger von der Aufteilung insgesamt eine größere Flexibilität und eine verbesserte Kundenansprache. Denn im Vergleich zur Automobilsparte seien die Kunden für stationäre Speicher eine sehr inhomogene Gruppe, die vom Privathaushalt bis zur Großindustrie reiche.

Die Deutsche Accumotive könne sich in der neuen Konstellation auf die Weiterentwicklung mobiler Systeme konzentrieren. „Wir haben mit der Accumotive eine herausragende Kompetenz im Bereich hocheffizienter Batteriesysteme aufgebaut. Bereits heute kommen deren Produkte in einer Vielzahl unserer Fahrzeugmodelle zum Einsatz. Ab 2017 wird die Accumotive sukzessive alle Baureihen beliefern“, so Kröger.

Im vergangenen Frühjahr hatte der Automobilhersteller angekündigt, die Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien in Kamenz mit einer zweiten Fabrik beträchtlich zu erweitern. Dafür sind Investitionen von 500 Mio. Euro vorgesehen. Gleichzeitig hatte er erklärt, die Zusammenarbeit mit Tesla nicht auszubauen. Automobilexperten gehen davon aus, dass die bisherige Kooperation angesichts wachsender eigener Produktionskapazitäten auslaufen wird.

Am Standort Kamenz beschäftigt Daimler derzeit 330 Personen. Die Mercedes-Benz Energy GmbH startet mit 50 Mitarbeitern. Bereits Ende des Jahres soll die Zahl verdoppelt sein. Bis Ende 2017 ist eine weitere Verdopplung der Belegschaft auf 200 Mitarbeiter anvisiert. Die Geschäftsführung der Mercedes-Benz Energy wird zum 1. Juli 2016 Marcus Thomas übernehmen, der laut Konzernmitteilung über langjährige Erfahrung im Bereich konventioneller und alternativer Antriebe innerhalb der Daimler AG verfügt.
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
+49 (0) 6007 9396075
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 03.06.2016, 15:04 Uhr

Mehr zum Thema