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Enerige & Management > Österreich - Christine Catasta folgt Thomas Schmid
Quelle: Fotolia/YuI
ÖSTERREICH:
Christine Catasta folgt Thomas Schmid
Die interimistische Leiterin der Österreichischen Beteiligungs AG übernimmt am 10. September den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitz des Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV. 
 
Eine außerordentliche Hauptversammlung hält der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV am 10. September ab. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Regelung der Nachfolge des stellvertretenden Aufsichtsratschefs, Thomas Schmid. Nominiert ist die interimistische Leiterin der Österreichischen Beteiligungs AG (Öbag), Christine Catasta. Ihre Funktionsdauer soll bis zum Ende jener Hauptversammlung dauern, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2023 befindet und somit 2024 stattfindet.

Die Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin verbrachte den Großteil ihrer Berufslaufbahn bei der Österreich-Vertretung des US-amerikanischen Beratungskonzerns PwC. Seit Oktober 2020 leitet sie den Investmentbereich der Öbag. Catastas Wahl in ihre neue Funktion ist eine Formalität. Als Vertreterin der Republik Österreich hält die Öbag an der OMV 31,5 %. Weitere 24,9 % gehören der Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH) aus Abu Dhabi. Zwischen der Öbag und der MPPH besteht ein Syndikatsvertrag, der die beiden Gesellschaften unter anderem zu einvernehmlichem Abstimmungsverhalten bei den OMV-Hauptversammlungen verpflichtet.

Schmid war am 8. Juni und somit wenige Tage nach der letzten ordentlichen OMV-Hauptversammlung vom 2. Juni als Alleinvorstand der Öbag zurückgetreten. Noch am selben Tag wurde Catasta interimistisch als seine Nachfolgerin bestellt. Verbunden mit Schmids Rücktritt bei der Öbag war das Zurücklegen aller Aufsichtsratsmandate, die er in deren Auftrag innehatte.

Absprachen über Öbag-Führung

Neben dem stellvertretenden Vorsitz im OMV-Aufsichtsrat betraf dies vor allem den Aufsichtsratsvorsitz beim Strom- und Energieinfrastrukturkonzern Verbund. Dort folgte ihm der stellvertretende Verbund-Aufsichtsratschef Martin Ohneberg, der Präsident der Vorarlberger Industriellenvereinigung. Dieser ist im Autozuliefersektor tätig. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt gegen Ohneberg wegen seiner Rolle bei einer Immobilientransaktion des illustren Wiener Geschäftsmannes Michael Tojner, der unter anderem Mehrheitseigentümer des Batteriekonzerns Varta ist.

Gehen musste Schmid, nachdem bekannt geworden war, dass er mit Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie Finanzminister Gernot Blümel (beide Österreichische Volkspartei, ÖVP) seine Übernahme der Öbag-Führung vereinbart hatte. Unter anderem soll Schmid bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für seine nachmalige Position mitgewirkt haben. Dafür wurde er bei der OMV-Hauptversammlung am 2. Juni ebenso heftig kritisiert wie für einen an die Öffentlichkeit gelangten Chatnachrichten-Wechsel mit einer seiner engsten Mitarbeiterinnen. In diesem bezeichnete er es als „Frechheit“, seinen Diplomatenpass abgeben und „wie der Pöbel“ reisen zu müssen.
Christine Catasta wird stellvertretende OMV-Aufsichtsratschefin
Quelle: PwC Österreich
 

Klaus Fischer
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Mittwoch, 11.08.2021, 08:43 Uhr

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