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Enerige & Management > Geothermie - Bundesrat fordert stärkeren Ausbau der Erdwärmenutzung
Bild: Fotolia.com, Cardaf
GEOTHERMIE:
Bundesrat fordert stärkeren Ausbau der Erdwärmenutzung
Der Bundesverband Geothermie begrüßt die Forderung des Bundesrats und legt Vorschläge für einen zügigen Ausbau der Geothermie vor, diese könne auch die Konjunktur beleben.
 
Der Bundesrat betont in einer Stellungnahme (Drucksache 51/20) die zentrale Bedeutung der Geothermie als Ersatz für mit Kohle oder anderen fossilen Energieträgern betriebene Wärmenetze. Mit Hilfe der Erdwärmenutzung könnten die Treibhausgasemissionen bei der Bereitstellung von netzgebundener Wärme deutlich gesenkt werden. Zudem bestehe die Möglichkeit der emissionsfreien und grundlastfähigen Stromproduktion. Daher fordert der Bundesrat die Regierung auf, die Förderprogramme für erneuerbare Energien zugunsten der Geothermie anzupassen.

Der Bundesverband Geothermie begrüßt die Äußerung des Bundesrats und fordert, sie auch bei einem Konjunkturprogramm der Bundesregierung zu berücksichtigen.
Der Verband schlägt Maßnahmen vor, die der Sicherung von Wachstum und Beschäftigung im Baugewerbe, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe sowie dem Umbau der Energiewirtschaft zu einer nachhaltigen, umweltfreundlichen Erzeugung dienen.

Bundesrat will mehr Geld für Geothermie

Der Bundesrat bittet die Bundesregierung konkret, die Förderung für den Ausbau von Wärmenetzen deutlich zu erhöhen. Die Bohrkostenförderung für Geothermie sollte von 10 Mio. Euro auf 30 Mio. Euro erhöht werden, die Anzahl der Bohrungen auf vier und die Tiefenbeschränkung auf 2.500 m gestrichen werden. Ein bundesweiter Transformationsfonds für die Wärmenetze solle in Form von Bürgschaften zur Risikoabsicherung eingesetzt werden.

Der Bundesverband Geothermie unterstützt die Vorschläge und will zusätzlich, die Einspeisevergütung für Strom aus Geothermie solange stabil halten, bis der Ausbau zu spürbaren Kostensenkungseffekten führt. Alle oberflächennahen und tiefengeothermischen Anlagen sollen beim Einkauf von Strom für die Pumpen, Wärmepumpen und sonstigen Betrieb von der EEG-Umlage befreit werden. Ein staatliches Erkundungsprogramm müsste zudem die Potenziale für Geothermie systhematsich ergründen.

Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie, erklärte: „Das Potenzial der Erdwärme unter unseren Füßen ist immens.“ Die Nutzung von oberflächennaher und tiefer Geothermie sei grundsätzlich im gesamten Bundesgebiet möglich. Das Leibniz Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) beziffere das technische Potenzial der auf Basis von tiefer Geothermie bereitgestellten Wärme bis zum Jahr 2050 auf bis zu 100 TWh pro Jahr.

„Die oberflächennahe Geothermie könnte zudem bis zu 50 Prozent der benötigten Wärme beitragen, wie eine Potenzialstudie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen zeigt“, sagte Knapek. Aktuell benötigt Deutschland jährlich rund 1.400 TWh Energie für Raumwärme, Warmwasser und Industrieprozesse.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 17.04.2020, 11:38 Uhr

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