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Enerige & Management > Windkraft Offshore - Bundesnetzagentur schreibt wieder Gigawatt in Nordsee aus
Quelle: Shutterstock / Thampapon
WINDKRAFT OFFSHORE:
Bundesnetzagentur schreibt wieder Gigawatt in Nordsee aus
Die Bundesnetzagentur hat eine Fläche in der Nordsee für Windenergieanlagen auf See zur Ausschreibung gestellt. Die Fertigstellung der Windparks ist für das Jahr 2027 geplant.
 
Am 25. Februar hat die Bundesnetzagentur eine neue Fläche in der Nordsee für den Bau von Windkraftanlagen mit einer Leistung von 980 Megawatt ausgeschrieben. Dies sei ein weiterer Schritt, um das Offshore-Ausbauziel bis 2030 zu erreichen, teilte das Amt mit. Den Zuschlag erhält der Bieter, der den geringsten Förderbedarf für einen Windpark auf der Fläche anmeldet.

Der Höchstwert für Gebote beträgt 6,4 Ct/kWh eingespeisten Stroms. Der Windpark solle bis 2027 fertiggestellt werden.

Zweite Ausschreibung im „zentralen Modell“

Nach der Ausschreibung im vergangenen Jahr ist dies die zweite Ausschreibungsrunde im sogenannten „zentralen Modell“. Das heißt, es werden nicht nur die Förderung und die Netzanbindungskapazität ausgeschrieben, sondern zugleich auch das Recht, beim zuständigen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Planfeststellung für die Bebauung der Flächen mit einem Offshore-Windpark zu beantragen.

Grundlage der Ausschreibungen ist die förmliche Feststellung, dass sich die Flächen eignen. Diese ist das Ergebnis umfassender Voruntersuchungen, die das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) im Auftrag der Bundesnetzagentur (BNetzA) durchgeführt hat. Das BSH untersuchte die Meeresumwelt, den Baugrund sowie die Wind- und die ozeanographischen Verhältnisse für die Fläche. Die Ergebnisse der Untersuchungen veröffentlicht das BSH auf seiner Internetseite.

Gebote bis 1. September 2022 einreichen

Die Kosten der Voruntersuchungen werden nach dem Zuschlag auf den erfolgreichen Bieter umgelegt. Gebote sind bis zum 1. September 2022 an die Bundesnetzagentur in Bonn zu richten. Nach dem Zuschlag werden alle Bieter über die Entscheidung informiert und die Ausschreibungsergebnisse auf der Webseite der Bundesnetzagentur veröffentlicht. Es besteht ein gesetzliches Eintrittsrecht eines Unternehmens, das auf der ausgeschriebenen Fläche ursprünglich einen Offshore-Windpark geplant hatte.

In der Nähe mehrerer EnBW-Windparks

Die "N-7.2" und "Global Tech II" genannte und durch verschiedene Stromleitungs-Korridore unterteilte Fläche befindet sich etwa 75 km nordwestlich von Borkum und circa 100 km westlich von Helgoland, so das Bundesamt für Hydrographie und Seeschifffahrt. Die See ist dort demnach 36,5 bis 38,6 m tief. 

Direkt südlich davon möchte die EnBW ihren 900-MW-Windpark "He dreiht" errichten. "He dreiht" (Platt für: "Er dreht") wurde EnBW 2018 suventionsfrei zugeschlagen. Der Windpark soll 2025 in Betrieb gehen. Beide Flächen zusammen werden unter "N-7" geführt.

Nordöstlich davon befinden sich - durch den Korridor der Gasleitungen "Norpipe" und "Europipe" getrennt - die seit 2020 produktiven EnBW-Windparks "Hohe See" und "Albatros", zusammen 639 MW.

Aber ein Eintrittsrecht

Allerdings hat der Vattenfall-Konzern Eintrittsrechte in den Auktionszuschlag, teilt die Netzagentur auf Anfrage mit. Vattenfall hatte in den Jahren 2016 und 2017 die Projektgesellschaften "Erste Nordsee-Offshore-Holding GmbH" und „PNE WIND Atlantis I GmbH“ erworben, deren Entwicklungstätigkeit auf der damals unterteilten Fläche weit fortgeschritten war, bevor das Zuschlagssystem wechselte. Die eine Gesellschaft war bis zum Verkauf ein Gemeinschaftsunternehmen von Strabag und Etanax, die andere gehörte dem Projektentwickler PNE aus Cuxhaven. 

Inhaber von Eintrittsrechten müssen diese jeweils bis Anfang November ausüben, indem sie vor allem ihre Bereitschaft erklären, sich mit dem kWh-Preis des Zuschlags an den wettbewerblichen Bieter zufrieden zu geben.

Weitere Informationen zur Ausschreibung  sind auf der Website der Behörde nachzulesen.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 25.02.2022, 12:10 Uhr

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