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Enerige & Management > Regulierung - Bundesnetzagentur feiert 20-jähriges Bestehen
Bild: Bundesnetzsagentur
REGULIERUNG:
Bundesnetzagentur feiert 20-jähriges Bestehen
Von der Regulierungsbehörde zur wichtigsten Infrastrukturbehörde Deutschlands - so sieht sich die Bonner Behörde heute.
 
Ihr 20-jähriges Bestehen hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) am 29. Mai im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn gefeiert. Am Festakt, für den Bundeskanzlerin Angela Merkels an den Rhein gereist war, nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft teil. BNetzA-Präsident Jochen Homann betonte gleich in seiner Begrüßung, die gewachsene Bedeutung seines Hauses: „Wir sind vor 20 Jahren als Regulierungsbehörde gestartet. Heute sind wir die wichtigste Infrastrukturbehörde Deutschlands.“

 
Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Bundesnetzagentur im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn.
Bild: Katharina Garus


Damit schaffe man sich nicht nur Freunde, betonte Merkel. „In den vergangenen 20 Jahren hat die Agentur auch so manches Problem auf den Tisch bekommen“, sagte sie in ihrer Festansprache. So manche Schlacht würde mal in Bonn, mal in Brüssel ausgetragen. Merkel wies auf die wichtige Bedeutung der BNetzA hin, die eine „extrem hohe Verantwortung für eine funktionierende Wirtschaft in Deutschland hat“. Ein Leben ohne die von der BNetzA regulierte Infrastruktur sei mittlerweile nicht mehr vorstellbar: „ Doch was scheinbar selbstverständlich ist, müsse sehr gut organisiert sein“, konstatierte die Kanzlerin.

Merkel lobte die BNetz-Arbeit für die Energiewirtschaft: Die Bundesnetzagentur mit ihren heute rund 2 900 Mitarbeitern habe verlässliche Rahmenbedingungen und Raum für Investitionen geschaffen, in dem neue Wettbewerber nicht blockiert werden und so günstige Preise für die Endkunden möglich geworden seien. Dass die Verbraucher hierzulande heutzutage zwischen rund 400 Stromanbietern auswählen können, sei auch auf die BNetzA-Arbeit zurückzuführen. Die von der BNetzA organisierten Ausschreibungen bei den erneuerbaren Energien bezeichnete Merkel zudem als „Meilenstein“, der die „Kosteneffizienz deutlich verbessere“.

Merkel rief in ihrer Ansprache aber auch zur Eile beim Stromnetz- und Breitbandausbau auf. Zwar sei man etwa beim Glasfaserausbau voran gekommen, sagte Merkel, „allerdings tobt da noch eine Schlacht, die wir wirklich auch noch schlagen müssen“, so die Kanzlerin mit Blick auf die Kosten des Ausbaus auch im ländlichen Raum, wo die Nachfrage nicht immer gewährleistet sei.

Angefangen hatte die heutige Bundesnetzagentur 1998 als „Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post“ (RegTP). Bundesweit bekannt gemacht hat die Behörde vor allem die Versteigerung der UMTS-Frequenzen im Sommer 2000. Der Versteigerungserlös betrug damals aus heutiger Sicht unvorstellbare 99,36 Mrd. DM. Seit 2005 ist die RegTP auch für die Energiemärkte zuständig. In diesem Zuge wurde sie in Bundesnetzagentur umbenannt.

Während der Name schlanker wurde, sind die Aufgaben vielfältiger worden: 2006 übernahm die Bonner Behörde auch die Zuständigkeit für den Eisenbahnbereich. Sozusagen als Folge der politisch beschlossenen Energiewende bekam die Bundesnetzagentur ab 2011 außerdem die Verantwortung für die Genehmigung von Stromnetzen und Aufgaben für die Stromversorgungssicherheit (Stichwort: Netzreserve) übertragen. Die vielleicht größte Baustelle der BNetzA sind die Stromnetze. Aus dem Jahr 2012 stammt der erste Netzentwicklungsplan, der bis heute noch nicht umgesetzt ist.
 
 

Katharina Garus
© 2020 Energie & Management GmbH
Dienstag, 29.05.2018, 16:41 Uhr

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