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Enerige & Management > Telekommunikation - Bundesnetzagentur erlaubt Vectoring
Bild: IBM
TELEKOMMUNIKATION:
Bundesnetzagentur erlaubt Vectoring
Die Deutsche Telekom darf den Breitband-Ausbau mit dem sogenannten Vectoring voranbringen, muss allerdings auch Wettbewerbern Zugriff auf die „letzte Meile“ erlauben.
 
Die Bundesnetzagentur hat am 23. November über den umstrittenen Vectoring-Antrag der Deutschen Telekom entschieden. Der ehemalige Monopolist darf seine Kupferkabel mit dem speziellen Verfahren technologisch aufwerten und die Versorgung mit schnellen Internetverbindungen auch im Nahbereich ihrer Hauptvermittlungsstellen weiter ausbauen. Allerdings bekommt die Telekom keine Exklusivität für die Nahbereichsversorgung. Nach Angaben der Bundesnetzagentur könne ein Wettbewerber „auch künftig in einem Nahbereich auf die ‚letzte Meile‘ zugreifen, wenn er sich in einem Gebiet bisher in stärkerem Maße bei der DSL-Erschließung von Kabelverzweigern, den grauen Schaltkästen am Straßenrand, und damit flächendeckender als die Telekom engagiert hat“, teilte die Bundesnetzagentur mit. Dazu müsse der Anbieter bis Ende Mai kommenden Jahres eine verbindliche Ausbauzusage vorlegen.
 
Beim Vectoring werden in einem technischen Verfahren die elektromagnetischen Störungen im DSL-Netz herausgefiltert und beseitigt. Das Verfahren ermöglicht es, auch in den klassischen Kupferkabeln eine Übertragungsrate bis zu 100 Mbit/s zu erzielen. Das Problem beim Vectoring ist allerdings, dass immer nur ein Telekommunikationsanbieter das Verfahren an einem Verteiler einsetzen und damit Störungen herausfiltern kann. Ende Oktober hatte die Telekom den Antrag mit einer konkreten Investitions- und Ausbauzusage erweitert. Bis Ende 2018 wollte der Bonner Konzern alle bundesweit rund 7 900 Hauptverteilerstellen mit der Vectoring-Technik ausstatten, wenn er im Gegenzug auch den Nahbereich, also rund 550 m um die Hauptverteiler herum, die Haushalte exklusiv versorgen kann. Dies hatte Wettbewerber, insbesondere kommunale Energieversorger, die auf den Ausbau mit Glasfaserkabeln setzen, auf den Plan gerufen.
 
So hatten beispielsweise die Stadtwerke Neumünster die Investitionszusage der Telekom mit einem eigenen Glasfaserangebot gekontert. „Wir konzentrieren uns nicht nur auf die lukrativen Hauptverteiler-Nahbereiche, sondern bringen Bürgern und Unternehmen in Schleswig-Holstein flächendeckend zukunftssichere Highspeed-Glasfaser-Anschlüsse“, hatte dazu Stadtwerke-Chef Matthias Trunk erklärt, der zugleich auch Vorstandsmitglied des Breitbandverbandes Breko ist. In dem Verband haben sich zahlreiche alternative Telekommunikationsanbieter zusammengeschlossen und setzen insbesondere auf den Glasfaserausbau. Ihrer Meinung nach ist die Glasfasertechnologie zukunftsfähiger, weil sie noch schnellere und stabilere Breitbandverbindungen ermögliche, als dies mit Kupfer möglich wäre. Aufgrund der nicht nachhaltigen Übertragungstechnologie torpediere der quasi exklusive Ausbau der Nahbereiche mit VDSL2-Vectoring nicht nur den Weg zur notwendigen Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, sondern sei auch volkswirtschaftlich äußerst zweifelhaft, teilte der Breko in einer Stellungnahme zur Entscheidung der Bundesnetzagentur mit. „Werden jetzt vor allem kurzfristig günstigere, kupferbasierte Übergangslösungen gefördert, wird schon in wenigen Jahren ein weiterer, kostspieliger Netzausbau notwendig und Deutschland in der Zwischenzeit im internationalen Vergleich abgehängt“, kritisierte Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.
 
Die Bundesregierung will bis 2018 eine flächendeckende Versorgung aller Haushalte mit Internet-Geschwindigkeiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) sicherstellen. Das Vectoring ist dabei eine Möglichkeit, zügig die Versorgung auszubauen, denn bisher sind erst 68 % der Haushalte mit einem Zugang ausgestattet, der 50 Mbit/s ermöglicht. Das Breitbandziel der Bundesregierung lässt sich in der Kürze der Zeit nur durch verschiedene Technologien erreichen. Neben den Kupferkabeln mit Vectoring und dem Glasfaserausbau sollen auch mobile Funkverbindungen eingesetzt werden.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Montag, 23.11.2015, 16:14 Uhr

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