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Enerige & Management > Stromnetz - Bundesnetzagentur bestätigt Entwicklungsplan von 2021-2035
Quelle: Bayernwerk AG / Christian Poppe
STROMNETZ:
Bundesnetzagentur bestätigt Entwicklungsplan von 2021-2035
Die Bundesnetzagentur hat am 14. Januar den Netzentwicklungsplan Strom 2021-2035 bestätigt. Er soll die Basis für eine klimaneutrale Stromversorgung Deutschlands bilden.
 
Der bestätigte Netzentwicklungsplan Strom 2021-2035 umfasst im Vergleich zum geltenden Bundesbedarfsplan rund 1.000 Kilometer zusätzlicher Trassen sowie Verstärkungen bereits bestehender Verbindungen. „Gegenüber dem letzten Netzentwicklungsplan blicken wir nun weiter in die Zukunft“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur bei der Veröffentlichung am 14. Januar. Die bisherige Planung erweise sich dabei einmal mehr als tragfähig.

Weiterer Netzausbau für ein klimaneutrales Zielnetz werde aber absehbar notwendig sein, ergänzte Homann: „Wir haben uns im Netzentwicklungsplan auf die Szenarien mit den intensiveren Erneuerbaren-Zielen fokussiert und bereiten auch für die neuen Offshore-Ziele den Weg.“

1.000 km neue Stromleitungen bestätigt

Die Bundesnetzagentur bestätigte insgesamt 28 neue leitungsbezogene Ausbaumaßnahmen im Stromnetz. Diese Maßnahmen seien unabhängig von zukünftigen Weichenstellungen in jedem Falle notwendig und nachhaltig. Bestätigt werden zwei zusätzliche Höchstspannungs-Gleichstromübertragungs-Korridore. Ein Korridor verläuft zwischen Rastede (Niedersachsen) und Bürstadt (Hessen). Eine weitere Gleichstromverbindung ist zwischen Heide (Schleswig-Holstein) und Klein Rogahn (Mecklenburg-Vorpommern) zu errichten.

Auf diese Weise würden bestehende Transportkapazitäten sinnvoll ergänzt, um Windstrom von See und aus Norddeutschland zu den südlicher gelegenen Verbrauchszentren zu transportieren, wo Bedarf besteht, sagte die Behörde. Um darüber hinaus bereits jetzt Vorsorge zu treffen, für eine schnelle Umsetzung des weiteren Netzausbaubedarfs sei es angebracht, in die Planung der bereits im Bundesbedarfsplangesetz aufgenommenen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssysteme Leerrohre für potenzielle weitere Systeme mit einzubeziehen.

Elf neue Offshore-Anbindungssysteme

Der Netzentwicklungsplan ermittelt nach den Vorgaben des Flächenentwicklungsplans (FEP) die erforderlichen Offshore-Anbindungssysteme, einschließlich der jeweiligen Inbetriebnahmejahre und Anbindungspunkte an Land. Für die Anbindung von Offshore-Windparks hält die Bundesnetzagentur im Vergleich zu den bisherigen Planungen elf weitere Anbindungssysteme in Nord- und Ostsee bis zum Jahr 2040 für erforderlich. Damit kann, wie derzeit im Windseegesetz vorgesehen, bis zu diesem Zeitpunkt Offshore-Winderzeugung von 40.000 MW angebunden werden.

Zukünftig würden sich diese Ziele erhöhen, bestehende Anbindungssysteme beschleunigt werden und weitere Anbindungssysteme hinzukommen. Die Bundesnetzagentur bestätigte im Zusammenhang mit Offshore Wind zwei Projekte, bei denen mittels sogenannter Multi-Terminal-Technik erstmals Gleichstromleitungen mit einer Leistung von 2.000 MW untereinander vernetzt werden können. Durch den Einsatz dieser Technik anstelle einzelner Punkt-zu-Punkt-Verbindungen könne der Stromnetzausbau effizienter und kostengünstiger realisiert werden.

Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgt

Der Bedarfsermittlung ging eine zehnwöchige Beteiligung der Öffentlichkeit voraus. In dieser Konsultation erhielt die Bundesnetzagentur gut 300 Stellungnahmen. Sämtliche Stellungnahmen wurden inhaltlich erfasst, ausgewertet und die Argumente auf ihre Bedeutung für die Entscheidung geprüft. Die Bundesnetzagentur begleitete die Konsultation zudem mit zwei Informationsveranstaltungen.

Zusammen mit dem Netzentwicklungsplan wurde auch der Umweltbericht konsultiert. Die Veröffentlichung des Umweltberichts zum Bundesbedarfsplan ist für die erste Jahreshälfte geplant. Den weiteren Bedarf gilt es, bis 2023 im nächsten Netzentwicklungsplan anhand der von der Bundesregierung angekündigten Weichenstellungen zu ermitteln, kündigte die Behörde an.

Die vollständigen Dokumente zum Netzausbau   stehen auf der Website der Bundesnetzagentur bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 14.01.2022, 13:29 Uhr

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