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Enerige & Management > Wasserstoff - Bundesforschungsministerin setzt auf Importe aus Australien
Quelle: Shutterstock / Tomasz Makowski
WASSERSTOFF:
Bundesforschungsministerin setzt auf Importe aus Australien
Grüner Wasserstoff für die Energiewende soll auch importiert werden. Am schnellsten ginge dies aus Australien, sagte die Bundesforschungsministerin aus Anlass einer Tagung in Berlin.
 
Aus Anlass der Konferenz „Green Hydrogen for a Sustainable European Future“ vom 16. bis 17. Mai in Berlin kündigte die Bundesforschungsministerin Investitionen von über 2 Mrd. Euro in den nächsten vier Jahren an. Vor Journalisten sagte Bettina Stark-Watzinger (FDP) „Deutschland braucht grüne Energie in allen Lebensbereichen, ob Industrie, im Verkehr oder im Wärmesektor, um seine Klimaziele zu erreichen“. Wasserstoff könne gemäß dem Motto „Shipping the sunshine“ klimaneutral in Regionen mit viel Wind, Sonne und Wasser produziert und von dort aus exportiert werden.

Stark-Watzinger will dafür ein „weltweites Wasserstoffnetz spannen“. Das sei Thema der internationalen Konferenz sowie der bevorstehenden Reise der Ministerin nach Australien. „Wir haben die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland reduziert − aber bei null sind wir noch nicht“, mahnte sie. Als weiteren Grund für die weltweiten Energiepartnerschaften nannte Stark-Watzinger den Klimawandel. Dieser sei eine Menschheitsaufgabe. „Deshalb müssen wir weg von fossilen Energieträgern“, sagte sie. Eine Alternative sei „grüner“ Wasserstoff aus erneuerbarem Strom.

Diversifizierung der Energieversorgung

Wichtiger Bestandteil des Veränderungsprozesses sei zudem eine Diversifizierung der Energieversorgung. Das BMBF sei dabei Wegbereiter für die Energie der Zukunft. „Und zwar einer Energie, die sauber ist, die verlässlich ist, die uns unabhängig von einzelnen Akteuren macht und die aus Ländern bezogen wird, die den gleichen Wertekompass haben wie wir“, umriss die Ministerin. Die Technik dafür werde durch deutsche Forschung und Entwicklung bereitgestellt in einem Netzwerk aus europäischen Partnern sowie weltweite Kooperationen.

Australien verfüge über ideale Bedingungen zur Produktion von grünem Wasserstoff. Deutschland habe den Anlagenbau, der diese Produktion vor Ort erst ermöglicht. Prof. Robert Schlögl, Direktor des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft, sagte, der Wasserstoff werde aus Effizienzgründen als Ammoniak transportiert werden. Den Stickstoff dafür könne man der Luft entnehmen. „Auch die Transportschiffe könnten damit oder mit grünem Methan oder Methanol klimaneutral betrieben werden“, sagte Schlögl.

Zwei Milliarden Euro für die Wasserstoff-Forschung

Um das Potenzial voll auszuschöpfen, wird das BMBF alleine über Projektförderung in den kommenden vier Jahren rund 2 Mrd. Euro in die Wasserstoff-Forschung investieren. Hierfür stehen insbesondere die Wasserstoff-Leitprojekte, die unter anderem erforschen, wie sich Wasserstoff direkt auf hoher See in Offshore-Windparks herstellen lässt.

Auf der Konferenz am 16. und 17. Mai werden erste Ergebnisse des europäischen Agendaprozesses „Grüner Wasserstoff“ vom März 2022 von internationalen Expertinnen und Experten vorgestellt. Sie beschreiben die wichtigsten und dringlichsten Forschungs- und Innovationsbedarfe zu grünem Wasserstoff.

Anlässlich der Konferenz kündigte das international tätige Polymerunternehmen Covestro seine Teilnahme an der vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) geförderten Stiftung „H2Global“ an. Diese soll die grüne Transformation der europäischen Wirtschaft fördern und wird vom BMWK mit 900 Mio. Euro gefördert.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 16.05.2022, 14:30 Uhr

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