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Enerige & Management > Kernkraft - Bund einigt sich mit Bayern über Castoren
Bild: Wikipedia
KERNKRAFT:
Bund einigt sich mit Bayern über Castoren
Nun ist auch Bayern bereit, einen Teil der Castoren aus der Wiederaufarbeitung im Ausland aufzunehmen. Sie sollen am Standort des KKW Isar zwischengelagert werden.
 
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer haben sich am 8. Dezember bei einem Spitzengespräch in München darauf geeinigt, dass sieben der der insgesamt 26 rückzuführenden Castorbehälter im Standortzwischenlager Isar eingelagert werden. „Die sichere Lagerung und Zwischenlagerung von Relikten aus der Zeit der Atomenergie ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Bayern wird hier selbstverständlich Mitverantwortung übernehmen“, betonte Seehofer.

Im Juni hatten sich das Bundesumweltministerium und die EVU auf gemeinsame Eckpunkte für die Rückführung der Castor-Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und England verständigt. Demnach sollen die 26 Castor-Behälter auf insgesamt vier Zwischenlager verteilt werden. Das rot-grün regierte Schleswig-Holstein wie auch die von den Grünen geführte Landesregierung Baden-Württembergs hatten sehr früh ihre Bereitschaft zur Aufnahme eines Teils der Castoren erklärt. Danach zeigte sich auch das SPD-regierte Hessen bereit zur Zwischenlagerung. Alle drei Länder hatten jedoch ihre Zusage unter den Vorbehalt gestellt, dass auch ein unionsregiertes Bundesland Castoren aufnimmt. Das aber ließ auf sich warten, zumal Bayern noch wegen der geplanten HGÜ-Leitungen mit dem Bund im Clinch lag. Nach monatelangen Gesprächen kam es nun zur Einigung.

In einer von beiden Seiten unterzeichneten Erklärung bekräftigen das Bundesumweltministerium und Bayern, dass das von Hendricks vorgelegte Konzept für die Rückführung nun konsequent von den Unternehmen umgesetzt werden soll. Es sieht vor, die fünf Behälter mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in La Hague/Frankreich im Standortzwischenlager Philippsburg in Baden-Württemberg einzulagern. Jeweils sieben Castoren aus der Wiederaufarbeitung in Sellafield/Großbritannien sollen in die Zwischenlager an den Standorten Biblis (Hessen), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Isar (Bayern) gehen.

Die Rückführung wird, entsprechend der Verträge der deutschen EVU mit den ausländischen Wiederaufarbeitungsunternehmen, schrittweise erfolgen. Zunächst ist für 2017 der Transport der fünf Behälter aus Frankreich geplant, ab 2018 bis 2020 sollen drei Castor-Transporte aus Großbritannien erfolgen. Die Anträge auf Transport und Einlagerung der Castor-Behälter müssen die KKW-beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellen.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Dienstag, 08.12.2015, 17:11 Uhr

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