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Enerige & Management > F&E - Bürgerentscheid zu Brennstoffzellen-Gigafactory
Quelle: Shutterstock
F&E:
Bürgerentscheid zu Brennstoffzellen-Gigafactory
Stotterstart im Südwesten, zweiter Anlauf im hohen Norden: Forschung und Fertigung im Bereich Brennstoffzellen und Batterien für die Öko-Mobilität kommen unterschiedlich schnell voran.
 
Teile der Bürgerschaft in Weilheim an der Teck teilen die Begeisterung nicht, mit der die Automobilunternehmen Daimler und Volvo das gemeinsame Projekt einer Brennstoffzellen-Fertigung in Württemberg vorantreiben. Ihr Widerstand veranlasst die örtliche Politik nun dazu, den Weg für einen Bürgerentscheid frei zu machen.

Sollte der Gemeinderat der 19.500 Menschen zählenden Kommune am Fuß der Schwäbischen Alb am 22. Februar für einen Bürgerentscheid votieren, darf die Bevölkerung voraussichtlich am 24. April an die Urne gehen. Es geht um die Freigabe einer 30 ha großen Ackerfläche für ein geplantes Gewerbegebiet, in dem das Joint Venture Cellcentric von Daimler und Volvo sein Projekt einer Brennstoffzellen-Gigafactory für den ökologischen Antrieb von schweren Lastwagen ansiedeln will.

Für das Wasserstofftechnik-Vorhaben, gegen das sich im Dezember eine Bürgerinitiative gegründet hatte, hat die Landesregierung bereits 181 Mio. Euro an Fördermitteln avisiert. Voraussetzung ist eine gleichzeitige Unterstützung durch die Bundesregierung in Höhe von über 400 Mio. Euro. Cellcentric will nach eigenen Angaben eine der größten Serienproduktionen von Brennstoffzellen-Systemen in Europa aufbauen. Der Start ist für 2025 vorgesehen.

Schleswig-Holstein als „Powerhaus der Batterieforschung“

Kein Standortproblem mehr hat ein Entwicklungsprojekt für Hochleistungsbatterien in Schleswig-Holstein. Das federführende Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) hat in Itzehoe ein ehemaliges Logistikgebäude gekauft, um dort das Forschungszentrum für angewandte Batterietechnologie (FAB-SH) unterzubringen.

Von 2023 an intensiviert die Wissenschaft dort auf insgesamt 3400 Quadratmetern die Entwicklung und Produktion von effizienten Batteriespeichern. 30 Arbeitsplätze – auch für Fremdfirmen – wird das FAB-SH bieten. Dazu finden bis zu 20 Studierende Platz. Für den Kauf des Gebäudes und den nötigen Umbau stellt die Landesregierung Schleswig-Holsteins 5,5 Mio. Euro zur Verfügung. Für Axel Müller-Groeling, Leiter des Fraunhofer ISIT, wird das Bundesland mit dem Zentrum „zum Powerhaus der Batterieforschung“.

Die Initiative ist auch eine verspätete Reaktion auf die fehlgeschlagene Bewerbung Schleswig-Holsteins um die vom Bund geförderte Forschungsfabrik für Batteriezellen. Ulm, Salzgitter, Dresden und Augsburg hatten mit Itzehoe 2019 das Nachsehen gegenüber Münster. In Westfalen entsteht die Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB), seit Januar 2022 eine selbstständige Einrichtung unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft.

Das Forschungszentrum in Itzehoe will schnellere Ladetechniken für Hochleistungsbatterien entwickeln sowie die Ökobilanz der Speicher verbessern. So sollen lösungsmittelfreie und kobaltfreie Batterien entstehen.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Freitag, 18.02.2022, 15:11 Uhr

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