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Enerige & Management > Wirtschaft - Britisch-chinesische Energiekooperation
Bild: Fotolia.com, caruso13
WIRTSCHAFT:
Britisch-chinesische Energiekooperation
Chinas Regierungschef Li bringt Milliardendeals nach London.
 
Neue Kernkraftwerke, Öl und Gas - Energie steht ganz oben auf der langen Projektliste des chinesischen Premierministers Li Keqiang bei seinem Staatsbesuch in London. Die von Li angeführte chinesische Delegation von mehr als 200 hochkarätigen Besuchern aus Politik und Wirtschaft ist mit Verträgen über hohe zweistellige Milliardenbeträge im Gepäck in das Vereinigte Königreich gekommen: Allein der Vertrag mit dem britischen Ölkonzern BP über den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) macht mehr als 20 Mrd. Pfund aus - umgerechnet gut 25 Mrd. Euro. In den kommenden 20 Jahren liefert BP mit 1,5 Mio. t LNG im Jahr rund ein Zehntel der Menge, die der staatliche chinesische Mineralöl- und Energieriese CNOOC derzeit jährlich importiert.
 
Eine ähnliche Größenordnung soll künftig die Kooperation der CNOOC mit dem britisch-niederländischen Ölkonzern Royal Dutch Shell erreichen. Dazu zählen drei konkrete Explorations- und Produktionsprojekte zur partnerschaftlichen Öl- und Gasförderung aus Feldern in dem Yinggehai-Becken in der südchinesischen See. Mit der ebenfalls staatlichen chinesischen PetroChina arbeitet Shell künftig zudem noch enger bei der Gewinnung von Schiefergas zusammen. In China soll es zwar erhebliche Reserven an unkonventionellem Öl und Gas geben. Aber schwierigere geologische Verhältnisse als zum Beispiel in den USA, Mangel an Know-how und vor allem gut ausgebildeten Fachkräften sowie technischem Gerät lassen bisher die Schiefergas-Förderung in China nur sehr langsam vorankommen.
 
BP-Vorstandschef Bob Dudley begrüßte Chinas Weg zum Gas als besonders gute Möglichkeit, die CO2-Emissionen zu senken und vor allem in den großen chinesischen Ballungsgebieten die derzeit meist katastrophale Luftverschmutzung zu senken. Im Mai hatte China mit der russischen Gazprom einen Gas-Liefervertrag im Wert von 400 Mrd. US-Dollar oder umgerechnet 296 Mrd. Euro abgeschlossen. Schon zuvor ist aber die britische BG-Group zum Zuge gekommen: zwei separate Verträge sichern die Lieferung von zusammen 8,6 Mio. t LNG im Jahr aus dem BG-Gasfeld im australischen Queensland für die nächsten 20 Jahre nach China.
 
Die während des dreitägigen Besuchs von Li in London unterschriebenen Verträge mit BP und Shell bilden allerdings nicht einmal das Kernstück eines ganzen Bündels von Handelsabkommen, die Li und der britische Premierminister David Cameron in Downing Street 10 besiegelt haben. Als „bahnbrechend“ bezeichnen beide Seiten ihre grundsätzliche Einigung in Sachen Klimawandel. Beide wollen bei der Senkung von Emissionen enger zusammenarbeiten und gemeinsam auf globale Ziele hinwirken. Neben Chinas Weg zum Gas kooperieren beide Länder auch in Fragen der Energiesicherheit, bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie und der Suche nach neuen, emissionsfreien oder emissionsarmen Techniken. Die China National Nuclear Corporation (CNNC) hat damit ihre Beteiligung an Hinkley Point C, dem ersten neuen Kernkraftwerk in Großbritannien, ebenso festgeschrieben wie die künftige Kooperation. Ein gemeinsames Forschungsprogramm bringt führende Institute aus beiden Staaten bei der Suche nach Innovationen zusammen, einschließlich der möglichen Nutzung von erneuerbaren Energiequellen aus dem Meer.
 

Katharina Otzen
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Mittwoch, 18.06.2014, 15:23 Uhr

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