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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Breite Mehrheit für Windkraftausbau
Quelle: Fotolia / DeVIce
WINDKRAFT ONSHORE:
Breite Mehrheit für Windkraftausbau
Der Wind hat sich gedreht: In der bayerischen Gemeinde Üchtelhausen haben sich die Bürger mit deutlicher Mehrheit für den Bau von Windkraftanlagen ausgesprochen. Das war mal anders.
 
Der Bürgerentscheid fand am Pfingstsonntag statt, 63,8 % der Wahlberechtigten gaben ihr Votum ab. 71,7 % sprachen sich für den Ausbau der Windkraft in Üchtelhausen in der Nähe von Schweinfurt (Bayern) aus. Vor sechs Jahren war schon einmal abgestimmt worden. Allerdings mit einem ganz anderen Ergebnis: Damals hatte eine Mehrheit von 57,5 % gegen die Windkraft entschieden. Jetzt waren es 1.461 Befürworter und nur 502 Gegner.

Was zu dem Sinneswandel geführt hat, beschreibt die Main Post: Stundenlange Sitzungen im Gemeinderat, bei denen sich das Gremium mit dem Thema befasste und letztlich zu einer positiven Einschätzung fand. Viel Aufklärung und Werbung für die Windkraft bei den Einwohnern, Zweiflern und Gegnern. Darüber hinaus Bürgerversammlungen und Informationsveranstaltungen. Auch der Einsatz der sogenannten Windkümmerer, die im Auftrag der Landesregierung nach Lösungen vor Ort suchen, hat wohl eine wichtige Rolle gespielt.

Bürgermeister Johannes Grebner (SPD), der sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit 2020 nochmals an das heiße Eisen herangewagt hatte, zeigte sich über das deutliche Abstimmungsergebnis erleichtert. Er hatte einen knapperen Ausgang erwartet. Auch die Tatsache, dass bei einer ursprünglich gegen das Projekt ausgerichteten Bürgerinitiative ein Umdenken stattgefunden hat, hob Grebner hervor. Jetzt gelte es, den großen Vertrauensvorschuss, den die Bevölkerung mit dem Votum erteilt habe, verantwortungsvoll umzusetzen.

Schon im Vorfeld hatte sich der Gemeinderat auf Bedingungen und Einschränkungen bei der Realisierung des Windkraftprojekts verständigt. Gebaut werden darf danach nur in den im Regionalplan ausgewiesenen Vorranggebieten. Die maximal sechs Anlagen sollen einen Mindestabstand von 1.250 Metern zu geschlossenen Wohngebieten haben. Einwohner und Grundstückseigentümer müssen an dem Vorhaben beteiligt werden. Beispielsweise soll ein großer Teil in Kommunal- und Bürgerbesitz betrieben werden. Auch vergünstigte Stromtarife sind vorgesehen.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Dienstag, 07.06.2022, 15:59 Uhr

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