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Enerige & Management > Windkraft Offshore - Branche nennt 30.000 MW bis 2030 "ehrgeizig, aber machbar"
Quelle: Deutsche WindGuard GmbH
WINDKRAFT OFFSHORE:
Branche nennt 30.000 MW bis 2030 "ehrgeizig, aber machbar"
Die Offshore Windbranche begrüßte das Bekenntnis der neuen Bundesregierung zum massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig fordert sie Hilfe für die Umsetzung des Ziels.
 
Zu den wichtigen Instrumenten und Maßnahmen, mit denen Deutschland bis 2045 klimaneutral werden kann, nennt der Koalitionsvertrag den forcierten Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung. Für die Windkraft Offshore bedeutet das, die Leistung bis 2030 auf mindestens 30.000 MW zu steigern und bis 2045 sogar auf 70.000 MW. Aktuell existieren in Nord- und Ostsee Windturbinen mit 7.800 MW Leistung. Die Umsetzung sei nur mit politischer Unterstützung machbar, sagten Branchenvertreter am 13. Januar vor Journalistinnen und Journalisten.

So müsse der Ausbau wesentlich gleichmäßiger verteilt werden als bisher geplant und die Investitionsbedingungen, anders als in der Vergangenheit, langfristig verlässlich sein. Bundesverband Windenergie (BWE), Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore (BWO), Stiftung Offshore Windenergie, VDMA Power Systems und WAB skizzierten eine Liste der notwendigen politischen Maßnahmen zur Zielerreichung.

Ausschreibungsmengen sofort erhöhen

Da die falsch gesetzten politischer Rahmenbedingungen der Vergangenheit im Gesamtjahr 2021 keinen Zubau von Windenergieanlagen ermöglichte, müsse nun erst recht schnell gehandelt werden. So sollten die Ausschreibungsmengen ab sofort erhöht werden, damit mehr Zeit für Projektierer bleibe. Zudem sei zunächst eine frühzeitigere Ausschreibung von Flächen erforderlich, um den Ausbau gleichmäßiger als bisher geplant zu verteilen.

Wie Nachbarländer könnten sich auch Nutzer wie Fischerei oder Militär Flächen mit der Windkraft teilen, regten die Verbände an. Um die Planungs- und Genehmigungskapazitäten zu erhöhen, müsse eine rechtssichere, einheitliche und schnelle Ausgestaltung der gesetzlichen Vorgaben und eine personelle Aufstockung der Behörden erfolgen.
 
Übersicht der Windparks in Nord- und Ostsee, Stand 2021 (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: Deutsche WindGuard GmbH

Karina Würtz, Geschäftsführerin der Stiftung Offshore Windenergie, mahnte zudem: "Wir müssen dem Fachkräftemangel vorbeugen durch den Ausbau und die gezielte Förderung von Aus- und Fortbildung." Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer VDMA Power Systems, ergänzte: "Es gilt zudem, einen Ausbau-Stau am Ende des Jahrzehnts zu vermeiden, der zu Engpässen in der Lieferkette führen könnte und die Kapazitätsplanung der Industrie vor Herausforderungen stellen würde − zumal auch andere Märkte ihre Ausbauziele erhöht haben."

Flächen für grünen Wasserstoff ausschreiben

Die Bundesregierung solle frühzeitig klären, welchen zusätzlichen Offshore-Wind-Ausbaubedarf das auf 10.000 MW erhöhte Ziel für die Elektrolysekapazität für grünen Wasserstoff notwendig macht. Diese Flächen sollten ebenfalls umgehend lokalisiert und zügig ausgeschrieben werden. Der Regulierungsrahmen für grünen Wasserstoff bedürfe gemeinsam abgestimmter Vorgaben in Deutschland und Europa, um den Markthochlauf der grünen Wasserstoffwirtschaft wirtschaftlich möglich zu machen, mahnten die Branchenvertreter.

Wichtig für den mittel- bis langfristigen Ausbau der Windenergie auf See sei die entsprechende Infrastruktur. Dazu zähle der koordinierte Ausbau der Strom- und Gasnetze für die Erzeugung von grünem Wasserstoff in Nord- und Ostsee, die Netzanbindung und die landseitige Infrastruktur für den Transport der Bauteile. "Hilfreich könnte auch die Einrichtung einer zentralen Koordinationsstelle sein, welche alle notwendigen Referate und Zuständigkeiten für die beteiligten Behörden an einen Tisch bringt", sagten die Branchenorganisationen.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 13.01.2022, 15:34 Uhr

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