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Enerige & Management > Bilanz - Bosch Thermotechnik zufrieden mit Geschäftsjahr
Bild: Shutterstock, Lisa-S
BILANZ:
Bosch Thermotechnik zufrieden mit Geschäftsjahr
Vor allem das Wärmepumpen-Geschäft hat bei dem Heiztechnikhersteller Bosch Thermotechnik dazu beigetragen, den Umsatz auf Vorjahresniveau halten zu können.
 
Im vergangenen Geschäftsjahr 2020 hat das Unternehmen Bosch Thermotechnik trotz der Corona-Pandemie seinen Umsatz mit 3,5 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau halten können, teilte Bosch am 18. März mit. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war laut Bosch Thermotechnik – trotz Lockdown und Lieferproblemen – das überdurchschnittliche Umsatzwachstum im Hauptmarkt Deutschland, in der Türkei, in Schweden, Italien, Polen und den Niederlanden. Produktseitig haben vor allem der Trend zur Elektrifizierung und der Ausbau des Geschäfts mit Klimageräten und Wärmepumpen zum Erfolg beigetragen.

In der Heiz- und Klimatechnik gewinnen elektrische Anwendungen zunehmend als Technologiepfad an Bedeutung. Deshalb hatte Bosch Thermotechnik im Jahr 2019 angekündigt, 100 Mio. Euro in den Ausbau seines Wärmepumpengeschäfts zu investieren, mit dem Fokus auf einfach zu installierende Systemlösungen. „Diese Investition und ein signifikanter Mitarbeiteraufbau haben uns deutlich vorangebracht. Bereits 2020 konnten wir EU-weit ein Wachstum von 22,5 Prozent bei Wärmepumpen verzeichnen, in Deutschland waren es sogar plus 48 Prozent. Auch 2021 investieren wir weiter in unser Wärmepumpengeschäft und hier besonders auch in die Schulung unserer Kunden, um ihnen den Sprung in das Feld der Elektrifizierung zu erleichtern. So beschleunigen wir unser Wachstum, den Grad der Elektrifizierung und damit CO2-Einsparungen im Wohnbereich“, sagte Jan Brockmann Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch Thermotechnik.

Um sich am Markt im Süden Europas weiter etablieren zu können, hat Bosch Thermotechnik 2020 außerdem ein Joint Venture mit Electra Industries gegründet. Electra mit Sitz in Rishon (Israel) hat eine gute Position im israelischen Markt und beschäftigt derzeit rund 300 Mitarbeiter. Geplant ist, dass die beiden Partner in der Entwicklung und Produktion von reversiblen Wärmepumpen (heizen und kühlen) kooperieren. „Unsere Vision ist, Europas Haushalte zu elektrifizieren – mit individuell auf die Region zugeschnittenen Wärmepumpen und Hybriden, die das Beste aus zwei Welten bieten“, so Brockmann.

Bosch ist der Ansicht, dass Verbrennungsgeräte in den nächsten Jahrzehnten wichtig bleiben werden, deshalb investiert der Hersteller künftig ebenso verstärkt in ein ,H2-Ready‘-Portfolio. Dazu wurde im vergangenen Herbst erstmals der Prototyp eines neuen Heizgeräts vorgestellt, das zunächst mit herkömmlichem Erdgas oder einer Wasserstoff-Beimischung von bis zu 20 Prozent betrieben werden kann. Sobald eine flächendeckende Netzumstellung vollzogen wurde, lässt sich laut Bosch das Heizgerät mit wenigen Anpassungen innerhalb von nur einer Stunde auf die vollständige Nutzung von reinem Wasserstoff umstellen. Das erste Feldtestgerät läuft seit September 2020 mit 100 % Wasserstoff in einem Einfamilienhaus in Großbritannien. Die Einführung des ersten ,H2-Ready‘-Gas-Brennwertgeräts im Rahmen eines öffentlich geförderten Demonstrationsprojekts ist in Großbritannien für 2022 geplant. Auch für die Industrie bietet Bosch Thermotechnik bereits heute Großkessel an, die mit reinem Wasserstoff betrieben werden können oder ,H2-Ready‘ sind, also zunächst mit Erdgas arbeiten, später dann aber für die Nutzung von 100 Prozent Wasserstoff umgerüstet werden können.

Außerdem will das Unternehmen Brennstoffzellen künftig selbst herstellen. Ab 2024 wollen Bosch und der Kooperationspartner Ceres Power, ansässig in Horsham (Großbritannien), mit der Serienfertigung von Brennstoffzellen beginnen. Bosch strebt dabei nach eigenen Angaben eine Fertigungskapazität von rund 200 MW Leistung pro Jahr an. Die Produktion soll an den Standorten Bamberg, Homburg und am Bosch Thermotechnik-Standort Wernau angesiedelt werden, die Entwicklung in Stuttgart-Feuerbach und Renningen.

Bosch investierte im vergangenen Jahr außerdem stark in neue digitale Lösungen. Das Unternehmen biete den Installateuren und Fachpartnern wie Planern, Bauträgern und Architekten viele digitale Lösungen und Services an, die ihnen ihre Arbeit einfacher machen sollen: vom digitalen Arbeitsplatz „Partnerportal“ über Online-Schulungen und Technikforen zur Weiterbildung bis zu digitalen Großveranstaltungen. „Unsere Erfahrungen im Jahr 2020 haben gezeigt, dass die Digitalisierung uns neue Chancen bringt. Wichtig ist, dass wir keine Standardlösungen einsetzen, sondern digitale Angebote individuell auf unsere unterschiedlichen Kundengruppen zuschneiden“, teilte Thomas Bauer mit, Mitglied der Geschäftsführung und zuständig für Vertrieb und Marketing. Bosch Thermotechnik ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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