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Enerige & Management > IT - BMWi will Geschäftsstelle für Smart Home einrichten
Bild: Fotolia.com, Edelweiss
IT:
BMWi will Geschäftsstelle für Smart Home einrichten
Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Geschäftsstelle für Smart Living/Smart Home ausgeschrieben.
 
Smart Living – dabei geht es um die Digitalisierung der Wohn- und Lebensumgebung. Die Gründung einer Geschäftsstelle solle dazu beitragen, den Wissens- und Ergebnistransfer aus Forschungsprojekten in die mittelständische Wirtschaft und in das Handwerk am Standort Deutschland zu verbreitern und zu intensivieren, heißt es in der Ausschreibung. „Ziel ist es, die Marktperspektiven deutscher Hersteller und Anbieter bei der Nutzung dieser neuen Technologien sowohl national als auch international zu verbessern“, so das BMWi.

Denn es sieht „die Gefahr, dass Hersteller und Anbieter von Komponenten in eine nachrangige Position geraten“. Der Grund: Software und internetbasierte Plattformen zur Realisierung komplexer Smart-Home-Anwendungen machten Komponenten, die bisher wichtige Domänen deutscher Hersteller seien, austauschbar, und Plattform-Betreiber würden zum bestimmenden Faktor.

Die unabhängige Geschäftsstelle soll „zur Vermittlung zwischen den verschiedenen Branchen, als Bindeglied und zur besseren Abstimmung von Maßnahmen und Initiativen zwischen Politik und Wirtschaft im Themenkomplex Smart Living beitragen“. Sie soll damit Unterstützung dabei leisten, einen deutschen „Leitmarkt“ für Smart-Living-Produkte zu entwickeln. Das BMWi verweist dazu auf eine Initiative der Wirtschaft, „den attraktiven Volumenmarkt Smart Living konzertiert zu erschließen.

Marktvolumen könnte 2015 bei 20 Mrd. Euro liegen

Laut einer Studie des Ministeriums könnte sich das erzielbare Smart-Home-Volumen allein in Deutschland auf rund 20 Mrd. Euro im Jahr 2025 belaufen. Dafür aber gelte es, Markthemmnisse zu beseitigen. So sei das Marktangebot immer noch von einer Vielzahl „proprietärer Insellösungen“ geprägt, die nicht interoperabel sind. Daher sieht das BMWi eine wichtige Aufgabe in der Standardisierung. „Es ist erforderlich, Einigungsprozesse betroffener Akteure voran zu bringen“, betont das BMWi.

Als weitere Markthemmnisse werden unzureichende Investitionssicherheit (etwa mit Blick auf die Möglichkeit, Systeme auch mit Komponenten anderer Hersteller zu erweitern), mangelndes Vertrauen in die Datensicherheit und komplizierte Bedienung genannt. In der Wohnungswirtschaft gehe es um neue Modelle zur Refinanzierung von Investitionen in Smart-Home-Technologien. Architekten, Ingenieurbüros und Bauwirtschaft bräuchten Planbarkeit, etwa für die Kostenkalkulation, und für das Handwerk ergäben sich neue Anforderungen vor allem in der Qualifizierung, erläutert das Ministerium.

Die Geschäftsstelle Smart Living soll ihre Arbeit voraussichtlich zum 1. April 2017 aufnehmen. Zunächst ist eine Befristung auf drei Jahre vorgesehen, möglich ist laut den Angaben aber eine zweimalige Verlängerung um jeweils ein Jahr. Als Kosten werden 300 000 bis 400 000 Euro jährlich veranschlagt.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Mittwoch, 28.12.2016, 14:54 Uhr

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