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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - BMW erhält 68 Mio. Euro Förderung für Entwicklung von Feststoffbatterie
Bild: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
BMW erhält 68 Mio. Euro Förderung für Entwicklung von Feststoffbatterie
Das zweite europäische Großvorhaben zur Batteriezellfertigung: European Battery Innovation bekam die EU-Förderung. Stellvertretend nahm die BMW Group den Bescheid an.
 
Ein weiteres von elf beihilferechtlich genehmigten deutschen Batterie-Vorhaben bekam seine Förderung aus dem europäischen IPCEI-Programm (Important Projects of Common European Interest). Unter dem Titel „Europäische Baterieninnovation“ (EuBatIn) will die BMW Group nachhaltige, funktionsoptimierte und kosteneffiziente Batteriezellen entwickeln. Dies fördert die Bundesregierung mit 68 Mio. Euro, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am 19. April online symbolisch übergab.

Nach der Entwicklung einer nächsten Generation von Lithium-Ionen-Zellen sowie eines innovativen Batteriemodul- und Batteriesystemkonzeptes im ersten IPCEI liege der Fokus der BMW-Arbeiten im zweiten IPCEI auf der Entwicklung der übernächsten Generation Lithium-Ionen-Zellen, der Entwicklung und Optimierung von Prozesstechnologien sowie dem Aufbau einer Prototypen-Produktionsanlage für innovative Batteriemodule und -systeme mit verbesserter Recyclingfähigkeit.

Feststoffbatterie als Endziel der Entwicklung

Ein weiteres Ziel sei die Validierung von Feststoffbatterien („All-Solid-State-Battery“ - ASSB). Dabei werden verschiedene Konzepte mit europäischen Forschungs- und Entwicklungs-Partnern bewertet und das vielversprechendste prototypisch umgesetzt. „Diese disruptive Technologie kann ein echter Game-Changer in Punkto Sicherheit und Energiedichte werden“, kündigte BMW-Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse an. BMW werde ihre Entwicklung und Industrialisierung mit hoher Intensität über alle Zwischenschritte verfolgen.
 
Batteriezelltestung im BMW-Forschungszenturm
Bild: BMW

„Deutschland und Europa muss es gelingen, dabei eine Schlüsselrolle einzunehmen“, appellierte Altmaier. Der Autohersteller werde sein strategisches Partnernetzwerk aus Wissenschaft und Industrie im Rahmen der European Battery Alliance (EBA) gezielt nutzen. BMW wolle einem geschlossenen Innovations- und Entwicklungszyklus folgen. „Dabei wird auch das Recycling und die Verwertbarkeit der Speicher nach ihrem Einsatz im Automobil bedacht“, versprach Zipse.

Weniger Treibhausgasemissionen auch in der Produktion

Das Unternehmen will ein Minus von 50 % beim CO2-Footprint der Lithium-Ionen-Zelle im Vergleich zu heute erreichen. Die Haupthebel dafür sieht BMW in der Zellchemie und im Zelldesign, aber auch in der Zellfertigung. Deshalb verpflichte die BMW Group ihre Serienlieferanten zum Einsatz von 100 % Grünstrom in der Zellfertigung. Weitere CO2-Einsparungen würden beim Batteriepack erreicht. Dazu diene die stärkere Nutzung regenerativer Energie und der Einsatz von Sekundär-Aluminium etwa für das Batteriegehäuse.

BMW versprach „deutlich vor 2025“ ein erstes Demonstrator-Fahrzeug und die Umstellung seines Portfolios auf vollelektrische Antriebe. „Ein zentrales Ziel dabei ist, wirklich grüne, CO2-arme und kreislauffähige Batterien zu gestalten“, erläuterte Zipse. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Energiedichte von Batteriezellen um mindestens einen mittleren zweistelligen Prozentbereich steigen, sagte Frank Weber, Vorstandsmitglied für Entwicklung bei BMW. „Das grünste Elektroauto der Welt wird ein BMW sein – nachhaltig von der ersten Idee bis hin zum Recycling nach der Nutzungsphase“, versprach Weber.

Hintergrund der europäischen Batterieentwicklung

Seit Anfang 2019 verfolgt das Bundeswirtschaftministerium (BMWi) mit der Europäischen Kommission und weiteren EU-Mitgliedstaaten zwei IPCEI-Großprojekte zur Forschung und Entwicklung in der Batteriezellfertigung. Zur Förderung des Ausbaus innovativer Batteriezellfertigungen stellt das BMWi insgesamt bis zu drei Mrd. Euro bereit.

In Summe würden in den beiden IPCEIs allein in Deutschland durch 15 geförderte Unternehmen Innovationen mit Investitionen von über 13 Mrd. Euro angestoßen, sagte Altmaier. Mehrere tausend qualifizierte Arbeitsplätze sollen verteilt über die Projekte in ganz Deutschland auf diese Weise im Bereich neuer umweltschonender Wertschöpfung entstehen. Den weiteren deutschen IPCEI-Vorhaben sollen in den kommenden Wochen ebenfalls die Zuwendungsbescheide überreicht werden.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 19.04.2021, 15:32 Uhr

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