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Enerige & Management > IT - Bitkom präsentiert Details zum Smart City Index
Bild: Kai Eckert
IT:
Bitkom präsentiert Details zum Smart City Index
Die digitale Transformation kommt in deutschen Großstädten voran. Während intelligente Verkehrslösungen zunehmen, ist der Anteil der E-Autos jedoch noch auf niedrigem Niveau.
 
Der Digitalverband Bitkom hat eine Sonderauswertung zu seinem Smart City Index vorgenommen. Die einzelnen Kategorien, nach denen die digitale Transformation der Städte beurteilt wird, haben die Analysten von Bitkom Research nun im Detail vorgestellt. Dabei wurden die 81 deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern unter die Lupe genommen.

„Gerade in der Mobilität werden die Potenziale der Digitalisierung sichtbar“, sagt Achim Berg. In Vorreiterstädten wie Hamburg, München oder Aachen profitiere die Bevölkerung von smarter multimodaler Vernetzung und einem intelligenten Verkehrsmanagement, so der Bitkom-Präsident. Dem Bericht zufolge ist der Mobilitätssektor in Hamburg am intelligentesten ausgeprägt. Besonders heben die Autoren neben dem klassischen ÖPNV die breite Palette von Sharing-Angeboten hervor. Außerdem ermögliche eine App, aus allen zur Verfügung stehenden Verkehrsmitteln die schnellste Route zu wählen und die Tickets zu buchen.

Insgesamt testen 35 % der Großstädte Smart Parking mit Hilfe von Sensorik und einer App, um den Suchverkehr zu reduzieren. Außerdem waren 2020 in 47 % der Kommunen intelligente Ampeln im Einsatz, die je nach Verkehrsaufkommen flexibel reagieren können. Im Jahr zuvor liefen in lediglich 22 % der Städte solche Tests.

In der Rubrik „Energie und Umwelt“ steht Heidelberg an erster Stelle. Hier ist den Forschern ein Stadtentwicklungsprojekt mit Passiv-Häusern, die alle mit Smart Metern ausgestattet wurden, eine besondere Erwähnung wert. Positiv beurteilen sie unter anderem auch ein Projekt mit intelligenter Straßenbeleuchtung.

Insgesamt testen 49 % der untersuchten Städte intelligente Straßenbeleuchtung, die mit Umwelt- oder Verkehrssensoren ausgestattet ist und WLAN-Zugang sowie Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge bietet. Im Jahr 2019 lag der Anteil bei 33 %. Allerdings stellten die Autoren fest, dass der Anteil der Elektroautos an den zugelassenen Fahrzeugen in Großstädten nur 0,35 % beträgt. Demgegenüber steht ein erheblicher Ausbau der Ladeinfrastruktur. Während es 2019 in den 81 betrachtetet Kommunen 3.066 Ladestationen gab, stehen 4.955 für 2020 zu Buche. Dies entspricht einem Zuwachs um mehr als 60 %. Bei den Bussen im öffentlichen Personen-Nahverkehr ermittelte Bitkom einen Anteil von 12 % mit alternativen Antrieben. Allerdings gebe es immer noch einige Städte, in denen ausschließlich Diesel-Busse unterwegs seien. In Oldenburg und Augsburg sei der ÖPNV dagegen nahezu klimaneutral.

Insgesamt haben die Forscher fünf Kategorien mit 38 Indikatoren, die wiederum aus 136 Parametern bestehen, näher untersucht und anschließend auch Empfehlungen an die Politik formuliert. So regen sie zum Beispiel die Etablierung von Smart-City-Koordinatoren und Gremien an, die Standardisierungs- und Förderstrategien sowie Maßnahmen aufeinander abstimmen.

Darüber hinaus plädieren sie dafür, Kommunen, die durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und überschuldet sind, einen Schuldenschnitt zu gewähren. Dieser solle allerdings an die Bedingung geknüpft sein, die gewonnenen Spielräume für Digitalisierungsprojekte zu nutzen.

Der „Studienbericht zum Smart City Index 2020“   steht auf der Internetseite des Digitalverbands Bitkom zum Download zur Verfügung.
 

Fritz Wilhelm
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Donnerstag, 18.02.2021, 12:51 Uhr

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