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Enerige & Management > Klimaschutz - Bitcoin-Miner kaufen sich eigene Kohlekraftwerke
Quelle: Fotolia, bluedesign
KLIMASCHUTZ:
Bitcoin-Miner kaufen sich eigene Kohlekraftwerke
Die Umweltauswirkungen der Erzeugung von Kryptowährungen werden immer absurder: US-Bitcoin-Miner kaufen sich Kohlekraftwerke und kassieren dafür sogar noch Subventionen.
 
Das Erzeugen von digitalen Kryptowährungen in Server-Farmen verschlingt enorme Mengen Strom. Laut dem Expertenportal digiconomist.net/ wird das Bitcoin-Mining in diesem Jahr wohl mehr als 165 Mrd. kWh verschlingen   − in etwa der Stromverbrauch von Polen. 

Schon mit dem aktuellen globalen Strommix sind damit Emissionen von fast 80 Millionen Tonnen CO2 verbunden, so Digiconomist. Und es könnten noch wesentlich mehr werden, wenn das Beispiel des Start-ups Stronghold Digital Mining Schule macht. Das im US-Bundesstaat Pennsylvania ansässige Bitcoin-Mining-Unternehmen kauft sich derzeit eigene Kohlekraftwerke, um den Strombedarf seiner Server zu decken.

Besonders fatal dabei: In den Kraftwerken wird nicht Kohle direkt verbrannt, sondern Flugasche, die bei der früheren Kohleverbrennung erzeugt wurde, und in großen Halden abgelagert wurde. Die gelagerte Flugasche kann etliche Gefahrstoffe wie radioaktive Metalle oder Dioxine enthalten und an die Umwelt abgeben. Aus diesem Grund wird ihre Verbrennung in Kraftwerken vom Staat Pennsylvania sogar noch subventioniert. Da Flugasche aber zugleich große Mengen CO2 speichern kann, wird dieses Kohlendioxid bei der Verbrennung in die Atmosphäre freigesetzt. 

Nach eigenen Angaben hat Stronghold Digital Mining schon ein Kohlekraftwerk mit 85 MW Leistung gekauft, ein weiteres mit 80 MW steht auf der Wunschliste des Start-ups und soll aus einer aktuellen Finanzierungsrunde bezahlt werden. Nach übereinstimmenden Medienberichten sorgen die besagten Steuersubventionen dafür, dass Stronghold für das Mining eines Bitcoins mit Kosten von 3.000 Dollar kalkulieren kann. Aktuell steht der Bitcoin-Kurs bei mehr als 40.000 Dollar. 

Geradezu umweltfreundlich mutet dagegen ein Aufruf des Bürgermeisters von Miami im US-Bundesstaat Florida an. Der hat Bitcoin-Miner aufgefordert, sich doch in der Nähe des Atomkraftwerks Turkey Point niederzulassen und dessen günstigen Strom zu nutzen. Das schlechte Image des Bitcoins Minings rühre doch nur daher, dass ein Großteil des Minings in Kohle verstromenden Ländern stattfinde, sagte er dem Wall Street Journal. Der Betreiber des Kernkraftwerks, Florida Power & Light, will Miner sogar dabei unterstützen, günstige Grundstücke für ihre Serverfarmen zu finden.
 

Peter Koller
Redakteur
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Dienstag, 28.09.2021, 11:12 Uhr

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