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Enerige & Management > Gas - Bio-Methan als Erdgasersatz
Quelle: Fotolia / WoGi
GAS:
Bio-Methan als Erdgasersatz
Die Firma Electrochaea hat das Engineering für die erste standardisierte und für den kommerziellen Betrieb ausgelegte 10-MW-Biomethanisierungsanlage abgeschlossen.
 
Die neue Biomethanisierungsanlage kann, wie es in einer Mitteilung des Münchner Unternehmens Elektrochaea heißt, jährlich mehrere Mio. m3 erneuerbares, synthetisches Methan produzieren und so in gleicher Menge Erdgas ersetzen. Damit biete man eine effiziente Lösung zur Dekarbonisierung des Energiesystems, indem erneuerbarer Energie in Form von erneuerbarem Methan gespeichert wird. Mit der Fertigstellung des Anlagendesigns sei die mehrfach patentierte Technologie jetzt bereit für die weltweite Vermarktung.

Das klimaneutrale, synthetische Gas kann, wie es weiter heißt, genau wie Erdgas für Verkehr, Heizung und industrielle Prozesse verwendet werden. Auch im Vergleich mit Wasserstoff zeige sich ein entscheidender Vorteil: Bio-Methan könne ohne zusätzlichen Aufwand innerhalb der bestehenden Gasinfrastruktur gespeichert und verteilt werden.

„Die vielen Lösungen, die unsere Anlagen im Kampf gegen den Klimawandel bieten, machen diese Technologie für Unternehmen, Energieversorger und Kommunen attraktiv, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und ihren Kunden eine zusätzliche Quelle für erneuerbare Energie zur Verfügung zu stellen", erklärte Doris Hafenbradl, CTO und Geschäftsführerin bei Electrochaea.

Die Hochskalierung und Standardisierung des kommerziellen Anlagenkonzepts wurde im Rahmen des Accelerator-Programms des Europäischen Innovationsrats (EIC) abgeschlossen, aus dem das Unternehmen einen Zuschuss von rund 2,5 Mio. Euro und eine Kapitalbeteiligung von fast 15 Mio. Euro erhalten hat. Der Energietechnikspezialist Baker Hughes und die Engie-Tochter Storengy gehören zu den strategischen Investoren bei Electrochaea.

Die bayerische Stadt Pfaffenhofen plant, die Technologie aus München im nächsten Jahr einzusetzen, um Energieautarkie zu erreichen und dabei ausschließlich erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Überschüssiger Strom aus Wind und Sonne soll in Form von Methan gespeichert und zur Wärmeversorgung genutzt werden, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Dienstag, 04.10.2022, 18:08 Uhr

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