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Enerige & Management > Wirtschaft - Bessere Marktchancen und höheres Ansehen sind Motive für Klimaschutz
Bild: katjen / Shutterstock.com
WIRTSCHAFT:
Bessere Marktchancen und höheres Ansehen sind Motive für Klimaschutz
Die gemeinnützige Organisation Myclimate hat bei 300 Unternehmen in Deutschland nach den Motiven für Klimaschutzmaßnahmen gefragt. Demnach sehen die meisten Vorteile für ihr Geschäft.
 
Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Ziele des Klimaschutzplans 2050 unzureichend sind, steigt der Druck auf die Politik. Das Bundesumweltministerium erhöhte den Druck auf einzelne Wirtschaftssektoren und reicht die verschärften Emissionsminderungsziele weiter. Wie stehen die Unternehmen zu ihrer sozialen Verantwortung, fragte die gemeinnützige Organisation Myclimate. Darauf antworteten rund 300 Corporate Social Responsibility (CSR)-Manager aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen.

In der Umfrage wurde nach den Beweggründen der Unternehmen gefragt, sich eigene Emissionsminderungsziele zu stecken und Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Fast zwei Drittel haben angegeben, dass sich die unternehmerischen Marktchancen durch Klimaschutzmaßnahmen optimieren lassen. Darüber hinaus ist Employer Branding, also die Positionierung des Unternehmens als attraktiver und zukunftsträchtiger Arbeitgeber, für weitere 60 % ein wichtiger Motivationsgrund für den Klimaschutz. Nur etwas mehr als die Hälfte sieht gesetzliche Rahmenbedingungen als treibenden Faktor.

Der Geschäftsführer von Myclimate Deutschland, Stefan Baumeister, zeigte sich darüber erfreut: „Nicht die gesetzlichen Vorgaben und Mindeststandards stehen für die Unternehmen an erster Stelle, wenn es um Klimaschutz geht, sondern die sich öffnenden positiven Marktchancen und die Attraktivitätssteigerung als Arbeitgeber.“

Die wichtigsten drei Klimaschutzwege für Unternehmen

Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks bildet die Grundlage für unternehmerischen Klimaschutz. Demnach haben sich zwei Drittel der Befragten bereits mit der Treibhausgasbilanz ihrer Geschäftstätigkeiten auseinandergesetzt. Rund 35 % der teilnehmenden Unternehmen haben bereits einen Corporate Carbon Footprint (CCF) für die Scopes 1 bis 3 erstellt. Dabei werden neben den direkten Emissionen (Scope 1) und den Emissionen aus eingekaufter Energie (Scope 2) auch weitere indirekte Emissionen (Scope 3) in die Berechnung einbezogen.

Demgegenüber haben sich rund 20 % noch nicht mit Ökobilanzierungen beschäftigt. Immerhin 12 % der Umfrageteilnehmer planen, den CCF in den nächsten zwei Jahren zu berechnen. Ungefähr die Hälfte der Befragten habe CO2-Reduktionsziele formuliert. Die selbst gesteckten Ziele sind dabei unterschiedlich ambitioniert und reichen von „Klimaneutralität im Jahr 2025“ bis hin zur geplanten Erreichung dieses Ziels im Jahr 2050.

Damit sich ein Unternehmen als klimaneutral bezeichnen kann, müssen nach der Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen alle unvermeidbaren CO2-Emissionen mithilfe von CO2-Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten kompensiert werden. Dies ist bei drei Viertel der Befragten ein fester Bestandteil ihrer Klimaschutzstrategie. Von den Unternehmen, bei denen eine CO2-Kompensation bisher noch nicht zum Zuge gekommen ist, überlegten sich die Hälfte den Einstieg, berichtet Myclimate.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Dienstag, 15.06.2021, 11:48 Uhr

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