• Globale Kohleförderung steigt weiter
  • Erneuerbare-Ausbau-Gesetz: Gewessler bestätigt Zeitplan
  • Olfen versorgt alle städtischen Gebäude bis 2022 über BHKW
  • Energie AG mit neuer Großkunden-Tochter
  • Energieverbrauch geht deutlich zurück
  • Letzte Etappe der Innogy-Verschmelzung geschafft
  • Günstiger Strom für Nachbarn von Wind- und Solarparks
  • Solar schlägt Kohle immer mehr über den Preis
  • Energieintensive Industrie will Klimaschutz im Konjunkturprogramm
  • Baywa Re bringt förderfreien Solarpark in Spanien ans Netz
Enerige & Management > Gasnetz - Berlin lässt sich Zeit mit Gaskonzession
Bild: Fotolia.com, WestPic
GASNETZ:
Berlin lässt sich Zeit mit Gaskonzession
Die Gasag rechnet damit, dass sich die Entscheidung über die Neuvergabe der in gut zwei Monaten auslaufenden Konzession für das Gasnetz in der Hauptstadt bis Mitte 2014 hinzieht.
 
Der derzeitige Konzessionsinhaber für das Berliner Gasverteilnetz kann wenige Wochen vor dem Auslaufen seines so genannten Wegenutzungsvertrages immer noch nicht abschätzen, ob dieser verlängert wird. Das liege am Zeitplan der Senatsverwaltung für Finanzen, die für die Konzessionsvergabe in Berlin zuständig ist, sagte Stefan Grützmacher, Vorstandsvorsitzender der Gasag, am 15. Oktober gegenüber Journalisten in Berlin. Der Zeitplan sieht eine Entscheidung erst für das erste Halbjahr 2014 vor.

Das Unternehmen hatte zwar noch Ende letzten Jahres darauf gehofft, dass die Entscheidung bis spätestens Mitte 2013 fällt, doch nun sieht es so aus, „dass wir erst Anfang nächsten Jahres ein verbindliches Angebot abgeben werden“, so Grützmacher weiter. Die Finanzverwaltung werde nämlich den so genannten dritten Verfahrensbrief, der die Interessenten auffordert, verbindliche Angebote abzugeben, erst im vierten Quartal verschicken. Er rechne keinesfalls damit, dass der Brief vor dem Volksentscheid über die Rekommunalisierung des Berliner Stromnetzes und die Gründung eines kommunalen Stadtwerkes am 3. November eingehe, so der Gasag-Chef.

Das Konzessionsvergabeverfahren für das Gasnetz läuft zwar bereits seit 2012, doch die kontroverse politischen Diskussion über ein stärkeres Engagement der Stadt in der Stromversorgung wirkt sich offensichtlich auch auf die Gasversorgung aus. Als Bewerber für die Gaskonzession sind noch die Gasag, Alliander, die deutsche Tochter des kommunalen niederländischen Netzbetreibers gleichen Namens, und die von der Stadt gegründete Berlin Energie, der potentielle kommunale Netzbetreiber, im Rennen.

Berlin hält sich dabei weiter alle Varianten offen: Eine Konzessionsvergabe an Berlin Energie, eine Vergabe an Gasag oder Alliander oder eine Vergabe an ein gemeinsames Unternehmen des Landes Berlin mit Gasag oder Alliander. Beide Unternehmen haben ihre Bereitschaft für eine solche Lösung bekundet.

Das finanzielle Risiko Berlins bei einer weiteren Verzögerung der Vergabe über 2014 hinaus, das sich daraus ergibt, dass die Gasag als Altkonzessionär dann nicht mehr verpflichtet ist, Konzessionsabgaben zu bezahlen, beziffert die Senatsverwaltung für Finanzen auf 7 Mio. Euro pro Jahr.
 

Peter Focht
Redakteur
+49 (0) 30 89746265
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 16.10.2013, 16:33 Uhr

Mehr zum Thema