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Enerige & Management > Stromnetz - Berlin ist nicht Hamburg
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Berlin ist nicht Hamburg
Unabhängig vom Verkauf seines Hamburger Strometzes will der Vattenfall-Konzern in Berlin „mit Volldampf“ für eine neue Stromkonzession kämpfen.
 
„Wir wollen die Konzession wiederhaben“, gibt sich Helmar Rendez, Geschäftsführer der Vattenfall-Töchter Stromnetz Berlin und Stromnetz Hamburg kämpferisch. „Wir werden mit Volldampf für Berlin kämpfen“, verkündete er am 16. Januar, wenige Stunden nachdem Vattenfall entschieden hatte, das Stromnetz in Hamburg an die Hansestadt zu verkaufen. Diese Entscheidung habe „absolut keinen Einfluss“ auf das weitere Vorgehen in der Hauptstadt.

Die Fälle Hamburg und Berlin – in beiden Städten läuft die derzeitige Stromkonzession Ende 2014 aus – seien nicht zu vergleichen, meinte auch Alexander Jung, Generalbevollmächtigter von Vattenfall in Berlin. Während dem Unternehmen in Hamburg wegen des erfolgreichen Volksentscheides für die Rekommunalisierung der Energienetze „relativ wenig Spielraum“ geblieben sei, sieht er in der Hauptstadt weiter „gute Ausgangsbedingungen“.

Als klares Bekenntnis von Vattenfall zu Berlin bezeichnete er den endgültigen Bauauftrag für das neue GuD-Kraftwerk im Stadtteil Lichterfelde aus dem letzten Jahr. „Wer investiert, investiert um zu bleiben“, sagte Rendez, der auch noch einmal bekräftigte, die beste Bewerbung für die Konzession abgeben zu wollen.

Indes wachsen die Zweifel, ob Vattenfall sein Deutschlandgeschäft wirklich weiterführen will. Der Ausstieg in Hamburg könnte durchaus der Anfang vom Ende der Deutschlandaktivitäten sein, hört man aus Insiderkreisen. „Der Verkauf des Hamburger Stromnetzes ist ein Offenbarungseid: Vattenfall will so schnell wie möglich raus aus dem deutschen Geschäft“, meint Luise Neumann-Cosel, Vorstand der Genossenschaft BürgerEnergie Berlin, einer der Konkurrenten des Konzerns um die Konzession in Berlin. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis Vattenfall auch seine Berliner Unternehmen verkaufe.
 

Peter Focht
Redakteur
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Donnerstag, 16.01.2014, 16:36 Uhr

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