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Enerige & Management > Kernkraft - Bergungskonzept für korrodierte Atommüllfässer
Bild: MJGI, Schleswig-Holstein
KERNKRAFT:
Bergungskonzept für korrodierte Atommüllfässer
Fast jedes vierte Stahlfass in einer Kaverne des stillgelegten Kernkraftwerks Brunsbüttel ist beschädigt. Vattenfall will die Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall nun mit einem speziellen Handhabungskonzept sichern.
 
Vor zwei Jahren war ein stark verrostetes Atommüllfass in Kaverne 4 des Kernkraftwerks Brunsbüttel gefunden worden. Nach Kamera-Inspektionen steht nun fest, das 18 der hier eingelagerten 70 Fässer von Rost befallen sind. Teils seien die Korrosionserscheinungen so stark, dass die Fasswand zerstört wurde. Das gab Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck am 18. Februar bekannt. Insgesamt lagern in den mit Betonriegeln verschlossenen Kavernen in Brunsbüttel 631 Stahlfässer, in denen Verdamperkonzentrate, Filterharze und Mischabfälle aus dem Betrieb des Kernkraftwerkes eingelagert wurden. Ein Teil dieser Fässer sei nicht mehr sicher handhabbar, erklärte Habeck.

Gemeinsam mit der Atomaufsicht und Gutachtern des TÜV Nord hat sich Betreiber Vattenfall nun auf ein Handhabungskonzept verständigt, mit dem die Fässer gesichert werden sollen.

„Unser Ziel ist, die Kavernen leer zu räumen und den Inhalt der Fässer in endlagerfähige Konrad-Gusscontainer umzufüllen“, erklärt Pieter Wasmuth, Geschäftsführer Kommunikation der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH. Die Atommüllfässer sollen nun einzeln in den sechs Kavernenspeichern angehoben und ein Übersack zur Sicherung über das Fass gestülpt werden. Anschließend werden die Fässer aus der Kaverne gehoben und in ein Überfass gehoben. Für die Konditionierung, also das Umfüllen der Fässer in diese Gusscontainer, ist die Zustimmung der Atomaufsicht sowie die Freigabe des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) erforderlich. Das dafür nötige Genehmigungsverfahren wird nach Angaben von Vattenfall rund neun Monaten dauern. Diese Zeit will der Betreiber nutzen, um weitere visuelle Inspektionen in den Kavernen 1 bis 3 durchzuführen. Derzeit sind zudem die für die Konditionierung notwendigen Gusscontainer noch nicht verfügbar. Sie sollen erst im kommenden Jahr von der Gesellschaft für Nuklear-Service ausgeliefert werden, teilte Vattenfall mit. Der Energiekonzern prüft nun, ob auch Gusscontainer, die eigentlich für das Kernkraftwerk Krümmel vorgesehen sind, zunächst nach Brunsbüttel geliefert und dort verwendet werden können.

Die Inspektionsmessungen im Kavernenspeicher 4 hätten nach Angaben von Vattenfall keine Auffälligkeiten gezeigt. Die Kavernenwände seien in einem guten Zustand, betonte Wasmuth und unterstrich, dass die Kavernen sicher seien, weil sie sich im abgeschirmten Bereich des Kernkraftwerks befinden. „Insgesamt liegt das Ergebnis im Rahmen unserer Erwartungen“, so Wasmuth. Allerdings seien weder die Kavernen noch die Fässer für eine so lange Aufbewahrung gedacht gewesen. „Die Fässer sollten ursprünglich bereits Mitte bis Ende der 1990er Jahre in das bundesweite Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle Schacht Konrad gebracht werden“, sagt Wasmuth. Die Inbetriebnahme hatte sich aber immer wieder verzögert, das Bundesumweltministerium rechnet nun mit einem Start von Schacht Konrad zwischen 2021 und 2025.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Mittwoch, 19.02.2014, 13:12 Uhr

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