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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - BEM für mehr Wettbewerb an der Ladesäule
Bild: Petair / Fotolia
ELEKTROFAHRZEUGE:
BEM für mehr Wettbewerb an der Ladesäule
Der Bundesverband E-Mobilität (BEM) befürwortet eine Netzentgeltumlage zur Refinanzierung der Ladeinfrastruktur.
 
Einem zur öffentlichen Diskussion gestellten Festlegungsentwurf zur „Weiterentwicklung der Netzzugangsbestimmungen im Strombereich“ zufolge, will die Bundesnetzagentur unter anderem die Verteilnetzbetreiber spätestens ab dem 1. April 2021 dazu verpflichten, mit Betreibern von Ladepunkten auf deren Verlangen einen Netznutzungsvertrag abzuschließen.

Damit soll erstmals ein tatsächlicher bilanzieller Lieferantenwechsel an der Ladestation möglich sein. Denn bislang werden die Übergabestellen zu Ladesäulen noch als Letztverbraucher-Entnahmestellen verwaltet und seien damit einem Bilanzkreis jeweils fest zugeordnet. Künftig sollen die Übergabestellenzwischen dem örtlichen Verteilnetz und einer Ladesäule zum Zweck der bilanziellen Abrechnung als Netzkopplungspunkte konfiguriert werden, heißt es im Festlegungsentwurf.

Damit werde der Betreiber der Ladepunkte für ein virtuelles Bilanzierungsgebiet verantwortlich und stelle die von den E-Fahrzeug-Nutzern bezogenen Strommengen zur weiteren Verarbeitung im Rahmen der Bilanzkreisabrechnung zur Verfügung.
Zum Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur können noch bis zum 22. Juli 2020 Stellungnahmen abgegeben werden.

Durch die Trennung von Infrastruktur und Dienstleistung falle die Verantwortlichkeit der Installation, des Netzanschlusses sowie der Netzintegration den Netzbetreibern zu und verpflichte sie, die Grundversorgung zu gewährleisten, erklärt der Bundesverband E-Mobilität in einer Mitteilung.

Nach Ansicht des BEM sollen die Menge sowie die Standorte der Ladepunkte künftig mit der Bundesnetzagentur abgestimmt und dem Markthochlauf der Elektromobilität angepasst werden. Deshalb sei ein Flächenplan notwendig, der auch den Bedarf an Schnellladestationen berücksichtige. Vor diesem Hintergrund hat der BEM vorgeschlagen, die Netzbetreiber zu ermächtigen, eine allgemeine Netzentgeltumlage zu erheben. Damit soll die Refinanzierung der Planungs-, Installations- und Netzanschlusskosten sowie der Hardware des Ladenetzes sichergestellt werden.
 
Zusätzlicher Bedarf von 400.000 Ladepunkten in den nächsten zehn Jahren
 
In seiner Mitteilung spricht sich der Bundesverband E-Mobilität gegen einen ausschließlichen Betrieb der Ladepunkte durch Automobilhersteller und Energieversorger aus. Sonst bestehe die Gefahr, dass es zu einer Ausgrenzung von „Nichtkunden“ und zu „monopolartigen Preisaufschlägen an wichtigen Knotenpunkten“ komme.

Den zu den gegenwärtig rund 28.000 Ladepunkten zusätzlichen Bedarf in den nächsten zehn Jahren veranschlagt der BEM mit etwa 400.000 Ladepunkten. Das dafür erforderliche Investitionsvolumen schätzt er auf 9,3 Mrd. Euro.
„Was sich nach viel Geld anhört, ist im Vergleich zu anderen Infrastrukturprojekten ein kostengünstiger und vertretbarer Aufwand“, sagt Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbandes E-Mobilität. „Allein die jährlichen Subventionen für Diesel von rund 7 Mrd. Euro würden genügen, um der Elektromobilität zum Durchstarten zu verhelfen. Diese neue Mittelverwendung für die Ladeinfrastruktur wäre eine kluge und auch fällige Investition, um den Konflikt aus CO2-Besteuerung und subventioniertem Kraftstoff-Verbrauch endlich zu lösen.“

Nach den Vorstellungen des Verbands sollte jeder E-Fahrzeug-Nutzer an jedem öffentlichen Ladepunkt in Deutschland maximale Preistransparenz vorfinden und diskriminierungsfrei ad-hoc laden können.
 
 

Fritz Wilhelm
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Dienstag, 14.07.2020, 16:25 Uhr

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