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Enerige & Management > Photovoltaik - Behörden genehmigen alpines Solarkraftwerk
Bild: Jonas Rosenberger
PHOTOVOLTAIK:
Behörden genehmigen alpines Solarkraftwerk
Der Schweizer Energieversorger Axpo will mit dem Bau der ersten großen Solaranlage im Hochgebirge auf 2.500 Meter Höhe im kommenden Jahr beginnen.
 
Der Schweizer Energieversorger Axpo hat die Baugenehmigung für sein erstes Solarkraftwerk in den Alpen erhalten. Bei dem Vorhaben sollen auf einem Teil der Staumauer des Pumpspeicherwerks Limmern in den Glarner Alpen (immerhin Europas höchstgelegene Staumauer) auf gut 2.500 Metern Höhe rund 6.000 Solarmodule installiert werden. Deren Leistung liegt zusammen bei etwa 2 MW.

Christoph Sutter, bei Axpo für alle Aktivitäten bei den erneuerbaren Energien verantwortlich, spricht von „Neuland, das wir betreten, aber das durchaus Potenzial hat, als Blaupause für ähnliche Projekte zu dienen.“ Technisch sei die Montage der rund 6.000 Module auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern auf der Südseite der Staumauer „zwar eine Herausforderung, aber auf jeden Fall machbar“. Nach Abschluss der Montagearbeiten rechnen die Axpo-Experten mit einer jährlichen Erzeugung von rund 2,7 Mio. kWh. Mit den Bauarbeiten will Axpo im nächsten Jahr beginnen.

 
So in etwa könnte die Solaranlage auf der Staumauer des Pumpspeicherwerks Limmern aussehen
Illustration: Axpo


Zuletzt hatte der Energieversorger das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), das seinen Sitz in Davos hat, mit einer Studie über die zu erwartenden Wind- und Schneelasten beauftragt. Die Ergebnisse, so das EVU in einer Unternehmensmitteilung, zeigten, dass in einigen Abschnitten der Staumauer schon mit hohen Schneelasten zu rechnen sei. „Vor allem am Fuß der Mauer sammelt sich viel Schnee“, resümierte SLF-Forscherin Annelen Kahl. Axpo plant deshalb, die Installation der Solarmodule „leicht“ anzupassen. Außerdem sollen verschiedene Unterkonstruktionen für die Panele geprüft werden.

Für Axpo stehen bei der alpinen Solar-Großanlage nicht nur allein die reinen Kilowattstunden im Fokus: „Nach allen vorliegenden Berechnungen wird die Hälfte der Jahresproduktion dank der immensen Höhe, des wegen der niedrigen Temperaturen besseren Modulwirkungsgrades sowie der durch den Schnee bedingten Lichtreflexionen im Winter anfallen“, verweist Sutter auf einen interessanten Aspekt, „das ist deshalb von Bedeutung, da die Schweiz während der Wintermonate mehr Strom verbraucht als sie selbst erzeugt.“ Der Betrieb mehrerer Solarkraftwerke in den Alpen könne deshalb helfen, dieses Ungleichgewicht etwas zu korrigieren.

Die finale Investitionsentscheidung für das rund 5,5 Mio. Euro teure Solarkraftwerk in den Glarner Alpen will Axpo nach eigenen Angaben „im Lauf des Jahres“ treffen.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 02.04.2020, 16:48 Uhr

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