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Enerige & Management > Effizienz - BDI mahnt Priorität von Energieeffizienz an
Bild: Fotolia.com, Kadmy
EFFIZIENZ:
BDI mahnt Priorität von Energieeffizienz an
Der Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) fordert von der Politik, in der nächsten Legislaturperiode das Prinzip „efficiency first“ tatsächlich umzusetzen.
 
Die von der Bundesregierung als eine „Säule“ der Energiewende bezeichnete Energieeffizienz „ist eher ein Säulchen“, konstatierte Dieter Kempf beim Energieeffizienzgipfel des BDI in Berlin. Das zeige sich schon bei der Förderung, für die im Zeitraum von vier Jahren 17 Mrd. Euro ausgegeben würden, für die Förderung der erneuerbaren Energien hingegen 24 Mrd. pro Jahr. „Es besteht eine enorme Schieflage bei der Förderung“, so Kempf. Das müsse sich ändern. „Die Effizienz sollte in der nächsten Legislatur größere politische Aufmerksamkeit bekommen. Effizienz sollte zur ersten Säule der Energiewende gemacht werden“, fordert der BDI-Präsident. Es seien zusätzliche Impulse nötig, wobei die Prinzipien Technologieoffenheit und Wirtschaftlichkeit gelten sollten.

Der BDI-Präsident verwies darauf, dass in der Industrie laut Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) die Energieproduktivität in den vergangenen 25 Jahren immer weiter gesteigert wurde. Dennoch sei noch viel zu tun. „Wir brauchen so etwas wie ein Effizienzkultur“, betont Kempf. Forschungsstaatssekretär Georg Schütte verdeutlichte, dass zur Erreichung der Energieeinspar- und Effizienzziele die Quote von derzeit 1,3 auf 2,1 % gesteigert werden müsste. Er verwies darauf, dass laut einer Umfrage ein Viertel der Unternehmen keine Effizienzmaßnahmen und viele auch ihre Energieverbräuche nicht kennen. In der Industrie gibt es noch hohe, nicht erschlossene Effizienzpotenziale“, resümiert Schütte.

Unternehmens-Effizienznetzwerke sollten finanziell gefördert werden

BDI-Präsident Kempf verwies auf die Kostenersparnisse bei den Unternehmen, die sich Energieeffizienz-Netzwerken angeschlossen haben. „83 Prozent der Teilnehmer beurteilen das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Effizienzmaßnahmen als gut bis sehr gut“, so Kempf. Aktuell geben es 127 Effizienznetzwerke mit rund 1 300 Teilnehmern. Angesichts des Ziels, bis 2020 insgesamt 500 solcher Netzwerke aufzubauen, wünscht sich der BDI-Präsident eine finanzielle Flankierung: „Eine staatliche Förderung könnte ein deutliches Signal setzen, um die Netzwerkbildung zu beschleunigen.“

Auch für die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung, die in der laufenden Legislaturperiode gescheitert ist, macht sich der BDI stark. „Es ging um eine Milliarde Euro. Ich schaue in die Kasse von Herrn Schäuble. Vielleicht geht da noch was“, sagt Kempf. Der Verband selbst hat die „Initiative energieeffiziente Gebäude“ ins Leben gerufen, die branchenübergreifend die energetische Sanierung voranbringen will. „Der Gebäudesektor ist grundlegend für den Erfolg der Energiewende. Er steht für 45 Prozent des Energieverbrauchs und 30 Prozent des CO2-Ausstoßes“, betont Kempf.

Er plädiert für einen „neuen Anlauf“ zur Zusammenlegung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-Energie-Wärmegesetzes. Was bisher politisch festgelegt sei, reiche nicht. „Wir brauchen eine einheitliche Strategie“, betont der BDI-Präsident. Dabei dürfe es jedoch keinen seien „Zwang und technologische Festlegungen“ geben.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Dienstag, 27.06.2017, 12:13 Uhr

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