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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - BDEW präsentiert 10-Punkte-Plan zum Ausbau der Ladeinfrastruktur
Bild: E&M, Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
BDEW präsentiert 10-Punkte-Plan zum Ausbau der Ladeinfrastruktur
Schon fast 40.000 öffentlichen Ladepunkte führt der BDEW in seinem Register, jeder siebte ist ein DC-Schnelllader. Mit einem 10-Punkte-Plan will der Verband den Ausbau beschleunigen.
 
Innerhalb von nur drei Monaten seien rund 3.800 neue öffentliche Ladepunkte hinzugekommen, konstatierte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, bei einer Online-Konferenz. Vor fünf Jahren lag die Gesamtzahl der Ladepunkte noch bei 7400. Beim Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur wurden seit Beginn des Förderprogramms Ende November 2020 bereits Förderanträge für über 300.000 Wallboxen beim Bund gestellt. Der Fördertopf wurde daher von 200 Mio. auf jetzt 400 Mio. Euro aufgestockt.

Bis zum Sommer würden daher mehrere Hunderttausend zusätzliche private Ladepunkte entstehen. „Dieser Erfolg ist umso erfreulicher, als 9 von 10 Ladevorgängen bisher zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden“, betonte Andreae. „Wir glauben an den Erfolg der Elektromobilität und wollen kräftig in den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur investieren“, unterstrich sie für die Energiebranche. 80 % der öffentlichen Ladepunkte werden von BDEW-Mitgliedern bereit gestellt, dafür sollten aber einige Bedingungen verbessert werden, fordert der Verband zugleich.

Starrer Ladesäulen-Schlüssel ungeeignet

So sei ein starrer Schlüssel von 1:10 Ladepunkten pro E-Fahrzeug, wie von der EU-Kommission empfohlen, bei steigendem Marktanteil von E-Fahrzeugen unsinnig. „Momentan werden die vorhandenen öffentlichen Lademöglichkeiten im Durchschnitt nur einmal am Tag oder sogar seltener genutzt, darauf lässt sich kein Geschäftsmodell aufbauen“, sagte Andreae. Es sei mehr als fraglich, ob bis 2030 wirklich eine Million Ladepunkte benötigt werden.

Die Fahrzeuge könnten heute schon doppelt so schnell laden, wie bei der Festlegung dieses Ziels und hätten auch ihre Reichweite deutlich erhöht. „Um eine Über-Subventionierung zu vermeiden, müssen wir die Ladetechnologien der Fahrzeuge und das Ladeverhalten der E-Mobilisten im Blick behalten“, sagte Andreae.

Deshalb solle der Ausbau marktgetrieben erfolgen, also sich am tatsächlichen Bedarf der Kunden orientieren. Da der Erfolg der Elektromobilität sich vor allem im privaten Bereich entscheide, solle der Bund hier gezielt fördern, auch beim Ausbau der Netze für die Ladepunkte.
 
Entwicklung der Anzahl der Ladepunkte für E-Mobile in Deutschland seit 2011 Bild: BDEW

Aus dem 10-Punkte-Plan des BDEW
 
  • Zentral sei, dass alle Akteure für die Flächenverfügbarkeit besser zusammenarbeiten für neue Ladesäulen-Standorte und dass Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.
  • Das Laden zu Hause und beim Arbeitgeber solle gefördert werden, weil die Fahrzeuge hier am längsten stehen. Hierzu gehöre die Ausstattung der Firmenfahrzeug-Inhaber mit einer Lade- statt mit einer Tankkarte.
  • Ausreichend Strom aus erneuerbaren Energiequellen, durch einen beschleunigten Ausbau der Erzeugung, damit E-Mobile klimaschonend fahren.
  • Die Ausschreibung von 1.000 Schnellladestandorten durch die Bundesregierung sei richtig. Das Programm müsse diskriminierungsfrei allen Marktteilnehmern unkompliziert offenstehen, das Ausschreibungsdesign geklärt und das Programm rasch umgesetzt werden. Ein Szenario nach dem Ende der Förderung bei der Schnellladeinfrastruktur müsse bald kommen.
  • Da Ladeinfrastruktur eine langfristige Investition ist, brauche die Energiewirtschaft einen verlässlichen Investitionsrahmen und stabile technische Anforderungen, wie in der Ladesäulenverordnung (LSV) festgelegt sind.
  • Die zentrale Rolle des Stromversorgungsnetzes einkalkulieren und den Betreibern gestatten, es für die Zukunft der Prosumer zu ertüchtigen. Dazu gehörten attraktive Bedingungen für Investitionen in Netz und Digitalisierung sowie ein verlässlicher Rahmen für die Netzplanung und die intelligente Steuerung.

Die Vorschläge des BDEW zum Ausbau der Ladeinfrastruktur   stehen als PDF zum Download bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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