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Enerige & Management > Energiewirtschaft - BDEW: Politik sollte weniger intervenieren
Bild: Fotolia.com, oqopo
ENERGIEWIRTSCHAFT:
BDEW: Politik sollte weniger intervenieren
Der BDEW sieht sich für die Umsetzung der Energiewende gut aufgestellt und will die Herausforderungen kämpferisch angehen. Von der Politik fordert er weniger Eingriffe.
 
Man müsse „mutig sein und auf Sieg spielen“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer beim diesjährigen Verbandskongress in Berlin. Angesichts neuer Player und neuer Geschäftsfelder müsse man entscheiden. „Der Kuchen wird größer. Die Frage ist, sind wir diejenigen, die das Kuchenstück verteidigen, oder diejenigen, die sich ein zweites Stück herausschneiden? Sind wir Angreifer oder Verteidiger?“ Aktivitäten von Unternehmen in den Bereichen Batterien (enercity), Wasserstoff oder dezentrale Vernetzung (Sonnen) wie auch Digitalisierung zeigten, dass man das „Umparken im Kopf“ längst hinter sich habe. Es gebe gute Gründe, selbstbewusst zu sein, so Kapferer. „Wir haben das Know-how. Wir sind nah am Kunden, wir sind die Zuhause-Branche Nummer 1. Wir können es.“

Die Ausschreibungsergebnisse mit den enormen Kostensenkungen hätten gezeigt, dass die Politik nicht besser als der Markt sei. Der erreichte Grad der Wettbewerbsfähigkeit müsse seinen Niederschlag im Marktdesign der Zukunft finden, fordert Kapferer und kritisiert die vielen regulatorischen Eingriffe. „Die Politik muss uns machen lassen. Das fällt ihr offenbar schwer. Die Politik sollte ihre Interventionen zurückschrauben.“ Als Beispiel nennt der BDEW-Hauptgeschäftsführer die Sonderbedingungen für die Bürgerenergie, die mit dem Argument der „Akteursvielfalt“ festgelegt wurden. Diese hätten dazu geführt, dass findige Menschen Bürgerenergiegesellschaften gegründet hätten, die dann das Gros der Zuschläge bekamen.

Kapferer verweist darauf, dass man sich mit mehreren in den letzten Wochen präsentierten Papieren klar gegenüber der Politik positioniert habe und konstatiert: „Die energiepolitische Debatte hat sich zu unserem Vorteil verändert.“ Insbesondere sieht Kapferer, dass die Frage der Versorgungssicherheit wieder mehr in den Blick gerückt ist. „26 Gigawatt gesicherter Leistung werden in den nächsten Jahren aus dem Markt gehen“, betont er. Da von Überkapazitäten zu sprechen, sei eine Täuschung. „Wir brauchen die fossilen Energien weiterhin und Gas noch weit über 2030 hinaus.“
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Mittwoch, 21.06.2017, 11:20 Uhr

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