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Enerige & Management > Wärme - BDEW begrüßt Vorschlag für Heizungs-Abwrackprämie
Bild: Fotolia.com, sasel77
WÄRME:
BDEW begrüßt Vorschlag für Heizungs-Abwrackprämie
Die Energiewirtschaft sieht gute Möglichkeiten, Ölheizungen durch Gaskessel oder einen Fernwärmeanschluss zu ersetzen und damit die CO2-Emissionen aus der Wärmeversorgung zu reduzieren.
 
Mindestens 2,1 Millionen Gebäude in Deutschland, die mit Öl beheizt werden, könnten schnell und unkompliziert mit einer Gasheizung ausgerüstet werden, weil sie im Bereich eines Gasnetzes liegen. Weitere 510 000 Gebäude ließen sich an das Fernwärmenetz anschließen. Damit könnte der CO2-Ausstoß um über 14 Mio. Tonnen reduziert werden.

Zu diesen Ergebnissen kommt die vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Auftrag gegebene Studie „Wie heizt Deutschland?“. Wie die vom Marktforschungsinstitut Prolytics erstellte Untersuchung weiter zeigt, wäre sogar eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 30 Mio. Tonnen möglich, wenn sämtliche 5,8 Millionen Gebäude mit Ölheizungen auf moderne Heiztechnologien umgestellt würden.

Fast jede vierte Heizung ist demnach 25 Jahre alt oder älter, das Durchschnittsalter liegt bei 17 Jahren. Lediglich gut ein Drittel der Heizungen in Deutschland sind jünger als zehn Jahre.

Über 70 % der 40,6 Millionen Wohnungen in Deutschland verfügen laut der Studie über eine Zentralheizung: Mit einem Anteil von 35,7 % dominiert die Erdgas-Zentralheizung, gefolgt von der Öl-Zentralheizung (25 %). Nur wenig Verbreitung finden Zentralheizungen auf Basis von Holz oder Pellets (2,8 %) sowie Elektro-Wärmepumpen (2,2 %). In jeder zehnten Wohnung hängt eine Erdgas-Etagenheizung, über Fernwärme werden 13,9 % der Wohnungen versorgt. In 6,1 % der Wohnungen steht eine Einzelheizung, davon sind 2,6 % Nachtspeicheröfen.

Nach Energieträgern betrachtet werden 48,2 % der Wohnungen mit Erdgas, 25,6 % mit Öl, 13,9 % mit Fernwärme und 4,8 % mit Strom beheizt.

Die Gaswirtschaft wirbt seit Jahren für das Heizen mit Gas sowie die damit zu erzielenden Klimaschutzfortschritte und begrüßt deshalb jüngste Überlegungen zum Abschied von Ölheizungen. „Die von der CDU-Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer vorgeschlagene Abwrackprämie für Ölheizungen könnte die dringend benötigte Wärmewende voranbringen“, sagte anlässlich der Vorstellung der Studienergebnisse Stefan Kapferer.

Mit der Umrüstung auf Gas könnten sich Hausbesitzer zukunftssicher aufstellen, so der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Durch Nutzung grüner Gase wie Biomethan könnte das Potenzial moderner Gastechnik sogar weit über 2030 hinaus ausgeschöpft werden und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

Angesichts des hohen Alters vieler Heizungen plädiert der BDEW ferner für eine steuerliche Abschreibung energetischer Gebäudesanierungen, um das gewaltige CO2-Einsparpotenzial im Wärmemarkt zu heben. Bleibe die nötige Modernisierungsoffensive im Wärmemarkt weiter aus, sei das nächste Klimaschutzziel nicht zu halten.

Der Gebäudebereich soll nach den Vorgaben der Bundesregierung im Jahr 2030 nur noch 70 bis 72 Mio. Tonnen CO2 ausstoßen. Das würde eine Minderung der Emissionen um etwa 39 % gegenüber 2018 erfordern.
 

Peter Focht
Redakteur
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Montag, 12.08.2019, 16:22 Uhr

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