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Bild: Fotolia.com, Ralf Urner
KRAFTWERKE:
BDEW: 39 Kraftwerks-Neubauprojekte stehen in Frage
Der BDEW warnt vor der zunehmenden Gefährdung von Investitionen in neue Erzeugungsanlagen und den Folgen für die Versorgungssicherheit und die Umsetzung der Energiewende.
 
Es liegt nicht am mangelnden Willen, neue Kraftwerkskapazitäten aufzubauen, das wird bei Betrachtung der aktuellen Kraftwerksliste, die der BDEW am 13. April auf der Hannover-Messe vorstellte, klar: Demnach sind insgesamt 74 Großprojekte mit kumuliert rund 33 000 MW installierter Leistung geplant, in Genehmigung oder in Bau. Bei 33 Projekten handelt es sich um Offshore-Windparks mit insgesamt rund 9,5 GW. Auch der Anteil der geplanten Gaskraftwerke ist mit 24 % und einem Umfang von knapp 13 GW noch beachtlich.

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es laut den Angaben insgesamt keine wesentliche Veränderung, doch alarmierend ist die Zahl der Projekte, die auf der Kippe stehen: Bei 39 der 74 Projekte ist die Umsetzung inzwischen in Frage gestellt - im Vorjahr waren es noch 32. Das heißt: Bei über der Hälfte fehlt eine konkrete Investitionsentscheidung. Die Investitionszurückhaltung betrifft dabei nicht nur konventionelle Erdgas- oder Steinkohlekraftwerke, sondern auch Offshore-Anlagen und Pumpspeicher.

"Wenn es politisch so weiter geht wie bisher, dann wird es keine neuen, modernen Kraftwerke geben. Es gibt einfach keine Investitionsanreize, auch wenn die Politik immer betont, dies ändern zu wollen. Das Gegenteil ist mit den bisher bekannt gewordenen Plänen der Fall", warnt die Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung Hildegard Müller. Aufgrund der schwierigen Marktlage und der unklaren politischen Rahmenbedingungen würden nur noch die Projekte zu Ende gebaut, die bereits weit fortgeschritten seien. "Wenn die Energiewende und die Umstellung auf die erneuerbaren Energien als tragende Säule der Energieversorgung gelingen soll, dann brauchen wir auch in Zukunft als verlässliche Ergänzung neue, effizientere und klimafreundlichere Kraftwerke", betonte Müller.

Dabei hat sie insbesondere auch KWK-Anlagen im Blick. Immerhin finden sich auf der Kraftwerksliste 19 KWK-Projekte, von denen der Großteil bereits in Bau oder genehmigt ist. Die bisher in Rede stehende Aufstockung der Förderung für den Bestand hält sie nicht einmal für ausreichend, um einen KWK-Anteil von 20 % zu erreichen. „Und in neue Anlagen wird nicht investiert.“ Für Müller ist unverständlich, „dass man sich von einer Technologie verabschieden will“, die für die Energiewende eine wichtige Rolle spiele. .

Erschwerend komme hinzu, dass der Anteil der Kraftwerke, die rund um die Uhr Strom erzeugen können, in den nächsten Jahren stark sinken werde. "Wir gehen nach heutigem Kenntnisstand davon aus, dass die gesicherte Leistung bis zum Abschalten der letzten Kernkraftwerke 2022 um 16,7 Gigawatt zurückgehen wird", sagte Müller. Auch die bei der Bundesnetzagentur beantragten 50 Kraftwerksstilllegungen wirken sich negativ auf die gesicherte Leistung aus. Durch den Ausstieg aus der Kernenergie werden zudem weitere Kapazitäten vom Netz gehen. Müller hält es aus heutiger Sicht für „wahrscheinlich, dass aufgrund der Marktentwicklungen, der zunehmenden Unwirtschaftlichkeit konventioneller Kraftwerke und verschärfter Emissionsgrenzwerte noch weitere Stilllegungen folgen werden."

Die BDEW-Kraftwerksliste kann als PDF herunter geladen werden unter

www.bdew.de/internet.nsf/id/76A71AB150313BB7C1257E26002AE5EB/$file/150413%20BDEW%20Kraftwerksliste.pdf  
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Montag, 13.04.2015, 12:00 Uhr

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