• Gas: Kältewelle beflügelt
  • Strom: Nachlassende Preise
  • Bessere Hilfe für Start-ups bei Regulierungsthemen
  • Bei "Grünspar" muss alles raus
  • Lukrativer Auftrieb für kleine Windanlagen
  • Bundeskartellamt übt Kritik an Vergleichsportalen
  • Neuer Geschäftsführer für Stadtwerke Fürstenfeldbruck
  • Bundesrat beschließt Energiesammelgesetz
  • Stadt Gera ist nun wieder Anteilseigner
  • Porsche lädt mit mehr als 400 kW
Bild: Fotolia.com, bluedesign
BETEILIGUNG:
Baywa übernimmt Clens
Baywa baut seine Aktivitäten im Direktvermarktungsgeschäft nach Übernahme der insolventen Clens-Gruppe deutlich aus.
 
Arrivederci Innowatio: Was sich Anfang Dezember angedeutet hatte, ist jetzt Fakt: Baywa re hat den vor gut drei Wochen insolvent gegangenen Direktvermarkter und Stromanbieter Clean Energy Sourcing (Clens) übernommen. Clens musste Mitte November angesichts finanzieller Schwierigkeiten der italienischen Innowatio-Gruppe, die das deutsche Unternehmen Anfang 2016 vollständig übernommen hatte, den Gang zum Insolvenzgericht antreten.

„Mit der erfolgreichen Akquisition stärken wir unser Strom- und Direktvermarktungsgeschäft und erweitern die Wertschöpfung im Energiehandelsbereich“, betonte Jens Eberlein, Geschäftsführer der Baywa Re Green Energy Products GmbH, in einer gemeinsamen Presseerklärung die Einigung mit dem Insolvenzverwalter. Baywa übernimmt, die übliche Zustimmung der Kartellbehörden vorausgesetzt, alle Direktvermarktungs- und Stromlieferungsverträge von Clens sowie die derzeit damit an den Standorten Leipzig und Frankfurt betrauten 65 Mitarbeiter.

Daniel Hölder, Geschäftsführer der Auffanggesellschaft C.E.T. Clean Energy Trading GmbH, zeigte sich erleichtert über die schnelle Einigung: „Wir sind sehr glücklich mit Baywa re einen starken und breit aufgestellten Partner gefunden zu haben.“ Dank zollte Hölder auch den bisherigen Clens-Kunden: „Abgesehen von wenigen Ausnahmen haben uns alle Kunden die Treue gehalten.“ Nachdem Clens beziehungsweise neuerdings CET in den vergangenen Wochen nach Hölders Worten einige „unwirtschaftliche Verträge“ nicht verlängert hat, verfügt das Unternehmen aktuell über ein Direktvermarktungs-Portfolio von rund 1 800 MW. Mitte des Jahres hatte Clens bei der traditionellen E&M-Umfrage zur Situation bei der Direktvermarktung noch einen Bestand von über 2 600 MW gemeldet, Baywa ein wesentlich kleineres Portfolio von 334 MW.

Die Integration von CET in den Baywa-Konzern wird schnell umgesetzt: Schon auf der Biogas-Fachmesse nächste Woche in Nürnberg wird den CET-Stand ein Baywa re-Logo schmücken.

Für Branchenexperten ist die Clens-Übernahme durch die Bajuwaren ein Indiz mehr für die seit längerem erwartete Konsolidierung im Direktvermarktungsgeschäft. Überraschend für eine Reihe von E&M befragten Unternehmen war aber die Tatsache, dass ausgerechnet Clens Energy Sourcing Insolvenz anmelden musste.
 
 

Ralf Köpke
© 2018 Energie & Management GmbH
Freitag, 08.12.2017, 21:00 Uhr

Mehr zum Thema