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Enerige & Management > Wasserstoff - Baywa setzt sich für grünen Wasserstoff im Verkehr ein
Quelle: iStock / Frank Harms
WASSERSTOFF:
Baywa setzt sich für grünen Wasserstoff im Verkehr ein
Die BayWa AG steigt als Gesellschafterin bei der Hy2B Wasserstoff GmbH ein. Mit Partnern will der Münchner Konzern den Wasserstoffeinsatz im öffentlichen Nahverkehr vorantreiben.
 
Zusammen mit dem Industriegas-Experten Tyczka Hydrogen GmbH und den Bürger-Energie-Genossenschaften Unterhaching, Isar und Niederbayern beteiligt sich der Baywa-Konzern an der Hy2B Wasserstoff GmbH. Bei dieser handelt es sich um die 2020 gegründete Betreibergesellschaft des Wasserstoff-Elektrolyseurs, der am Standort Pfeffenhausen nördlich von Landshut (Bayern) in Betrieb gehen soll. 

Ab 2023 wollen die Partner gemeinsam mit dem Landkreis Landshut grünen Wasserstoff aus der Elektrolyse erzeugen und in den Partnerlandkreisen der Modellregion und Umgebung verteilen und nutzen.Wie die Baywa in einer Mitteilung vom 15. November bekannt gibt, übernimmt sie in diesem Rahmen die Logistik und den kaufmännischen Betrieb einer geplanten Wasserstoff-Tankstelle in Hofolding südlich von München. Außerdem will die Baywa auch den Treibhausgas-Quotenhandel organisieren.

400 bis 700 Tonnen grünen Wasserstoff soll der Hy2B Elektrolyseur mit einer Anfangsleistung von 5 MW pro Jahr produzieren. Der regenerative Strom dafür soll insbesondere aus Solarenergie kommen, wie eine Sprecherin der Baywa gegenüber der Redaktion ausführte. In unmittelbarer Nähe soll eine bis zu 12-MW-starke Solaranlage in Betrieb gehen, deren Netzzugang und Betrieb mithilfe des Elektrolyseurs verbessert werden kann.

Zum Einsatz soll der Wasserstoff hauptsächlich im Öffentlichen Personennahverkehr. Aber auch an Drittkunden soll er verkauft werden, wie die Baywa mitteilt. Für den Transport zu Tankstellen in einem Umkreis von bis zu 200 Kilometern und den Kunden stünden sechs Abfüllstationen bereit, an denen jeweils maximal ein Trailer pro Tag befüllt und abtransportiert werden kann. 

Wasserstoff-Expertise in den Niederlanden gesammelt

Klaus Josef Lutz plädiert für einen technologieoffenen Ansatz im Verkehrssektor. Damit auch dort die Energiewende gelingen können, müsse ein Mix an Technologien zum Einsatz kommen. "Neben Ladeinfrastruktur für E-Autos und LNG für den Schwertransport spielt für uns auch Wasserstoff eine Rolle", so der Vorstandsvorsitzende der Baywa AG. "Als erfahrener Betreiber von Tankstellen und Lieferant von Kraftstoffen in Süddeutschland können wir auch hier bei uns zu Hause einen wichtigen Beitrag für mehr CO2-optimierte Mobilität leisten", so Lutz weiter.

Die Partner erachten den Einsatz von Wasserstoff insbesondere bei Regionalbussen und Nutzfahrzeugen als sinnvoll. Auf langen Strecken seien diese mit Wasserstoff wirtschaftlicher und nachhaltiger als andere emissionsfreie Fahrzeugalternativen. 

Lutz verweist auf Wasserstoff-Expertise, die das Münchner Unternehmen bereits sammeln konnte. Über seine Erneuerbaren-Tochter Baywa Re ist man am solaren Wasserstoffprojekt "Sinnewetterstof" in den Niederlanden beteiligt. Zusammen mit ihrer niederländischen Tochter "GroenLeven" und Alliander, dem größten Netzbetreiber der Niederlande, arbeitet die Baywa Re im Norden der Niederlande an einer lokalen Produktion von grünem Wasserstoff. Die Bauphase des 1,3-MW-Elektrolyseurs hat im Sommer dieses Jahres begonnen (wir berichteten). Seine Inbetriebnahme sieht Baywa Re bis Ende 2021 vor. Das Unternehmen "OrangeGas", ein niederländischer Anbieter von grünen Kraftstoffen, wird den Wasserstoff ankaufen und ihn an mehreren Tankstellen des Landes vertreiben. 
 

Davina Spohn
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Dienstag, 16.11.2021, 13:41 Uhr

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