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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Bayern droht totale Windflaute
Bild: John / Fotolia
WINDKRAFT ONSHORE:
Bayern droht totale Windflaute
Seit Juni haben die bayerischen Kreisbehörden vor allem wegen der umstrittenen 10-H-Abstandsregel keine neue Windkraftanlage mehr genehmigt.
 
Bayernweit ist seit Anfang Juni nicht mehr eine einzige neue Windturbine genehmigt worden. Bis Ende September haben lediglich sieben geplante Windturbinen mit einer Gesamtleistung von knapp 23 MW das behördliche Plazet erhalten, so die jüngsten Zahlen aus dem Haus der Bayerischen Staatsregierung.

„Die 10-H-Abstandsregelung muss weg, da mit dieser Irrsinns-Regelung kein Klimaschutz in Bayern möglich ist“, kommentierte Martin Stümpfig, energiepolitischer Sprecher der Landtags-Grünen. Absehbar ist, dass dem weiß-blauen Freistaat in nächster Zeit eine totale Flaute beim Windkraftausbau droht. Davor hatten Kritiker der 10-H-Regelung immer gewarnt.

Noch ist von diesem Stillstand nichts zu spüren. Allein im ersten Halbjahr gingen bayernweit 66 neue Anlagen mit rund 182 MW Leistung in Betrieb. Allerdings beruhten alle diese Projekte auf Genehmigungen, die die Kreisbehörden vor dem Inkrafttreten der H-10-Regelung im Spätherbst 2014 erteilt hatten.

Für Grünen-Politiker Stümpfig hat sich die Situation für die Windkraft in Bayern seit Einführung des Ausschreibungsmodells zu Beginn dieses Jahres zusätzlich erschwert: „10-H ist damit doppelt schädlich, weil sie uns einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber den anderen Ländern beschert. Neben dem Klima stehen damit auch 12 000 bayerische Arbeitsplätze in der jungen Windbranche auf dem Spiel.“

Auf Seiten der in Bayern allein regierenden CSU gibt es derzeit allerdings keine Bereitschaft, die 10-H-Regelung zu überdenken. Vor der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Landtag sagte Ausschusschef Erwin Huber, von 2005 bis 2007 auch Landeswirtschaftsminister, dass „dafür kein Anlass besteht.“ Vor der im kommenden Jahr stattfindenden Landtagswahl wollen die Christsozialen anscheinend keinen Ärger mit den Anti-Windkraft-Initiativen im Land riskieren.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 17.11.2017, 12:42 Uhr

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