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Enerige & Management > Fernwärme - Bau des neuen Fernwärme-Elbtunnels beginnt
Umweltsenator Jens Kerstan, die technische Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke Kirsten Fust und Thomas Fiest, Leiter Tunnelbau Deutschland von Implenia beim Baustart des Tunnels. Quelle: Hamburger Energiewerke / Christoph Mannhardt
FERNWÄRME:
Bau des neuen Fernwärme-Elbtunnels beginnt
Im Hamburger Stadtteil Waltershof haben die Bauarbeiten am neuen Elbtunnel für die Fernwärmeversorgung begonnen.
 
Der 1.160 Meter lange Tunnel soll künftig die Stadtteile nördlich der Elbe unter anderem mit Abwärme aus den Industriebetrieben im Hafengebiet versorgen, wie die Umweltbehörde der Stadt Hamburg am 4. August mitteilte. Zunächst wird ein großer Schlitzwandbagger am südlichen Elbufer gegenüber dem Othmarschener Elbstrand mit Ausbaggerungsarbeiten beginnen. Die neue Elbquerung wird etwa zwei Kilometer westlich des Elbtunnels der Autobahn A7 vom südlich gelegenen Köhlfleethafen bei Finkenwerder in Richtung der nördlich gelegenen Elbchaussee gebohrt. Zur Heizperiode 2024/2025 soll der Tunnel fertiggestellt und einsatzbereit sein.

Die Stadt Hamburg setzt stark auf Fernwärme. Der Elbtunnel ist dabei ein Teil des künftigen „klimaneutralen Erzeugungskonzeptes“ und soll insbesondere den Kohleausstieg der Hansestadt ermöglichen. Bis 2025 soll das Kohlekraftwerk in Wedel ersetzt werden, bis spätestens 2030 dann das letzte verbliebene Kohlekraftwerk in Tiefstack. Der Tunnel soll vor allem Abwärme aus Industrieprozessen im Hamburger Süden in den Norden der Hansestadt transportieren. Die Fertigstellung ist eine wichtige Voraussetzung, damit auch der künftige Energiepark Hafen an der Dradenau das Kohlekraftwerk in Wedel ablösen und durch überwiegend klimaneutrale Wärme ersetzen kann.

"Meilenstein in der Hamburger Energiewende"

„Mit diesem Baustart bringen wir einen weiteren entscheidenden Meilenstein in der Hamburger Energiewende auf den Weg. Mit dem Bau der Fernwärmetrasse unter der Elbe besteht nun bald die notwendige Verbindung zwischen den zahlreichen klimaneutralen Wärmequellen im Süden Hamburgs und den bereits bestehenden Fernwärmenetzen, hauptsächlich nördlich der Elbe“, sagte Jens Kerstan (Grüne), Hamburgs Umweltsenator.

Zu den Kohleausstiegsplänen in Hamburg gehört auch eine geplante Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) der Hamburger Energiewerke an der Dradenau in Hamburg-Waltershof. Auch an ihr wird festgehalten, ebenso wie am Datum des Kohleausstiegs, betonte Kerstan. Es werde nach Fertigstellung des Tunnels „dafür gesorgt, dass das Kraftwerk Wedel weiterhin planmäßig im Jahr 2025 vom Netz genommen werden kann. In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass die GuD-Anlage schon bei Inbetriebnahme technisch auf den Einsatz eines Erdgas-/Wasserstoffgemisches im Verhältnis 70/30 ausgelegt ist.“ Der Wasserstoffanteil könnte zukünftig auf 100 % erhöht werden.
 

Heidi Roider
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